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Musik  |  Filme  |  Bücher  im Juni 2021

 

 

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Musik

Bücher

Seite 5

Artefakt  Frauen machen Kunststücke

© 2007-2021 weird

A queer perspective on women in pop culture

Susanne Richter

„Hallo Schönheiten!“

(Zentrum für Geschlechterforschung/Campus)

Wissenschaft, S., kartoniert

Out: seit Mai 2021 TIPP

 

Info: „Aushandlungen der Geschlechterordnung der YouTube Beauty Community“, so der Untertitel des Buches der Soziologin Dr. Susanne Richter. „Es ist eine geschlechtersoziologische Untersuchung der YouTube Beauty Community mit einem Fokus auf die Performances und Aushandlungen von Weiblichkeit und ihrer Position in der Geschlechterordnung“, so Susanne Richter, die aus Rostock kommt und seit vielen Jahren in Bielefeld lebt. Sie arbeitete mehrere Jahre an der Universität Bielefeld und ist seit 2019 am Zentrum für Geschlechterforschung (ZfG) der Stiftungsuniversität Hildesheim. Bereits während ihres Studiums war Susanne Richter in Bielefeld lange (queer) feministisch aktiv. Die Illustration auf dem Buchcover hat sie selbst entworfen und zeichnerisch umgesetzt.

Faylita Hicks

„HoodWitch

(Acre Books)

Gedichtband, 101 S., Englisch, broschiert

Out: seit 2019

 

Info: Debutgedichtband von Black non-binary Poet und Musician Faylita Hicks. Ein poetisches Statement für die Rückforderung der Macht und die Resilienz Schwarzer Frauen und non-binary Personen, deren Körper als Waffen gegen sie verwendet werden. Irgendwann erkannte die schreibende Person, dass sie jemand ist, die ein ganzes Jahrhundert der Verfolgung überleben kann und wird. Die Gedichte, basierend auf Kindheitsfotografien, beschwören den Geist von Schwarzen Müttern, Töchtern, Sexarbeiter_innen, Witwen, um eine Alternative zu ihren frühen Toden und dem Tod derer, die sie verloren haben, zu schaffen.

 

Zum Gedichtband erschien ebenfalls 2019 das in Eigenregie veröffentlichte elektronische Album „Onyx“ von Faylita Hicks mit der gleichnamigen Single „HoodWitch“. Faylita Hicks rezitiert die Gedichte unterlegt von elektronischer Musik.

 

Lena Gorelik

„Wer wir sind“

(Rowohlt)

Roman, 320 S., gebunden

Out: seit 18.5.21

 

Info: In ihrem neuen 11. autobiographischen Roman erzählt die mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin und Journalistin Lena Gorelik (Jahrgang 1981) die Coming-of-Age-Geschichte eines 11-jährigen russisch-jüdischen Mädchens, das mit der Familie 1992 von St. Petersburg nach Deutschland ausreist. U. a. muss sie ihre geliebte Hündin zurücklassen, alles, was sie an ihren Opa erinnert und am Ende auch ihre Kindheit. In Deutschland merkt sie schnell, dass jetzt alles anders ist. Sie ist die Fremde, das Flüchtlingskind, will nicht auffallen und schämt sich bald für ihre Familie. Ihre Familie, die zunehmend zerrissen ist zwischen Heimat-Nostalgie, Anpassung, erlebten Vorurteilen und Anfeindungen, alten und neuen Werten. Lena Gorelik lebt heute in München. In ihren Erwachsenen- wie Jugendromanen schreibt sie häufig auch von queeren Charakteren. Sie setzt sich für echte gesellschaftliche Vielfalt und Diversität ein und ist gegen bloße Toleranz.

Carolin Emcke

„Journal: Tagebuch in Zeiten der Pandemie“

(S. Fischer)

Tagebuch, 272 S., gebunden

Out: seit März 2021

 

Info: Die renommierte lesbische Journalistin, Publizistin und Friedenspreisträgerin, die zu den wichtigsten kritischen Stimmen unserer Zeit zählt, hat während der Pandemiezeit 2020 Tagebuch geführt und sich selbst und die Gesellschaft reflektiert. Im Mai 2021 wurde Carolin Emcke mit dem Osnabrücker Rosa Courage Preis 2021 ausgezeichnet. (Mehr dazu s. Archiv Ausgabe Nr. 158 Mai 2021 „Mitte“)

Filme

The Retreat

(Quiver)

Thriller von Pat Mills

Kanada 2021

 

Queerer Horrorfilm des schwulen kanadischen Regisseurs. Das lesbische Paar Renee (Tommie-Amber Piri) und Valerie (Sarah Allen) will darin ein romantisches Wochenende in einer Hütte im Wald verbringen, doch es kommt anders. Ein Film um LGBTIQA-Diskriminierung und queere Rache. Der Film basiert auf den Real-Life-Erlebnissen der Autorin des Films Alyson Richards, die die bekannte „The Cabin In The Woods“-Story zu einer queeren Revenge-Geschichte umschrieb. Bis heute selten in Film und TV, wo LGBTIQA-Charaktere, so vorhanden, i.d.R. die sind, die sterben.

Start (Video On Demand): Mai 2021

Zu queeren Themen dieser Ausgabe findet ihr Videos auf weirds YouTube-Kanal PLAYLIST „6/2021 Artefakt …“

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Single-Tipps

Alle Singles gibt es i.d.R. als Stream und Download

Jorja Smith

„Be Right Back” (Membran/Sony)

Out: 11.6.21

Single: „Addicted

 

Info: Die Schwarze britische Neo-Soul-Sängerin mit neuer EP. 2018 gewann sie bei den BRIT Awards den Critics Choice Award. Im selben Jahr erschien ihr weltweit erfolgreiches Debutalbum. Spannender Mix aus Soul, Electro, Pop, Grime und HipHop. Jorja Smith hatte sich 2018 bei der LGBTIQA-Community entschuldigt für ihre LGBTIQA-feindlichen Twitter Tweets aus ihrer Teenagerzeit ca. 2011 bis 2014. Sie hat all ihre Kommentare gelöscht. Diese reflektierten nicht, wer sie heute sei, so Jorja Smith. Am 11.6.21 wird Jorja Smith 24 Jahre alt.

Sharon van Etten & Angel Olsen

„Like I Used To” (Jagjaguwar/Cargo)

Out: seit Mai 2021 TIPP

 

Info: Die beiden angesagten und extremst talentierten US-Indie-Musikerinnen mit einer gemeinsamen Single. What a treat! „Like I Used To“ ist eine große Indie-Pop-Hymne. Angel Olsen hat sich im April 2021 öffentlich als lesbisch geoutet.

 

Nicole Dennis-Benn

„Patsy

(Liveright)

Roman, 432 S., Englisch, gebunden

Out: seit Juni 2019

 

Info: Die queere jamaikanische US-Autorin und feministische Black- und LGBTIQA-Aktivistin (Jahrg. 1982), die 2016 mit ihrem Debut „Here Comes The Sun“ bekannt wurde, bringt auch in ihrem zweiten Buch ihre Erfahrungen vom Aufwachsen in einer Working Class-Familie in Jamaika und später in den USA zusammen. Während „Here Comes The Sun“ die Geschichte von zwei Schwestern erzählt und alten Wunden, die aufreißen als die Eröffnung eines neuen Hotels ihren Ort bedroht, erzählt Nicole Dennis-Benn in ihrem zweiten Roman „Patsy“ von Tochter und Mutter, die durch den Ozean von einander getrennt leben und jede für sich mit der Situation umzugehen versucht. Immer wunderschön erzählt, immer queer. Nicole Dennis-Benn ist seit 2012 mit Emma Benn verheiratet und lebt in New York.

Emily Black

„Frida Kahlo And My Left Leg“

(Notting Hill Editions)

Biographie, 200 S., Englisch, gebunden

Out: 15.6.21

 

Info: Die weiße straighte New York Times Bestseller-Autorin Emily Rapp Black reflektiert in ihrem neuen Buch wie sie die Erfahrungen, die Kunst und Behinderung, mit einem zuletzt amputierten Bein, der queeren mexikanischen Ausnahmekünstlerin, Malerin und Fotografin Frida Kahlo im Hinblick auf ihr eigenes Leben mit einem Bein beeinflusst haben. Emily Black lebt seit ihrem vierten Lebensjahr zunächst ohne linken Fuß, später mit einem Bein. Frida Kahlo wäre am 6.7.21 114 Jahre alt geworden. Frida Kahlo starb am 13.7.1954 in ihrer Geburtsstadt Mexiko Stadt.

Butterscotch

„Swing Low

Out: seit 7.5.21

 

Info: Die coole queere US-Sängerin, Songschreiberin, Gitarristin, Pianistin und Beatboxerin mit neuer Single. Die Single „Swing Low“ gibt es hier zu hören und als kostenlosen Download: https://butterscotchmusic.bandcamp.com/track/swing-low 2020 hat Butterscotch bereits ihre drei neuen Singles „Smooth Operator“, „Sade Life“ und „Purple Lights (Freestyle)“ veröffentlicht. Download hier: https://butterscotchmusic.bandcamp.com

 

weird hat Butterscotch 2016 interviewt.

 

A Mess

„Fuck Your Way To The Top” (Puffin Artlab)

Out: seit 28.5.21

 

Info: Die Dänin Dorte Hartmann aka A Mess mit ihrer neuen Indie-Rock-Single. Die EP „Woman“ ist für Oktober 2021 angekündigt. Thema ihrer Musik sind u. a. Feminismus und Geschlechterrollen.

 

Rochelle Jordan

„Play With The Changes” (Young Art/Rough Trade)

Out: 4.6.21

Single: „Already

 

Info: Sieben Jahre nach ihrer erfolgreichen Leftfield R&B-Zeit erscheint das neue Album der der in London geborenen und in Toronto aufgewachsenen Electronic-Musikerin. Endlich selbstbestimmt, sagt sie. Cooler House, Dance, UK-Garage-Sound.

 

Eloise

„Somewhere In-Between

(Harbour Artists & Music/Rough Trade)

Out: 18.6.21

Single: „Interwined

 

Info: Die 21-jährige Musikerin, die in London lebt, mit einem neuen Mini-Album. Ein Album über die Liebe. Das gibt es digital oder ab August 2021 als Vinyl. Reduzierter Sound zwischen Indie-Pop und Elektronik.

 

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Rebecca Lou

„Lovesick

Out: seit 18.5.21 TIPP

 

Info: Die queere Electro-Pop-Musikerin aus Kopenhagen mit der herausragenden ersten Single ihres für den 27.10.21 angekündigten neuen Albums „Heavy Metal Feelings“. weird ist Fan!

Anika Pyle

„Thank You For Being A Friend

Out: seit 7.5.21 TIPP

 

Info: Die queere Singer/Songwriterin und Poetin aus Philadelphia mit einer neuen Single. Eine Coverversion des Titelsongs der Erfolgssitcom „Golden Girls“. U. a. mit Unterstützung von Kayleigh Goldsworthy, die ebenfalls in Philadelphia lebt, am Piano. Die Single gibt es hier zum Hören und Download https://anikapyle.bandcamp.com

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Marina

„Ancient Dreams In A Modern Land” (Atlantic/WEA)

Out: 11.6.21

Single: „Ancient Dreams In A Modern LandTIPP

 

Info: Die walisische Indie/Electro Pop-Musikerin Marina Lambrini Diamandis, früher bekannt als Marina & The Diamonds, mit ihrem fünften Album. Erste Single und Titel-Track ist ein treibender Electro-Pop-Song, ein Aufruf sich gegen die gesellschaftliche Normativität zu stellen, ein Aufruf zur Selbstreflexion, ein Mutmachen anders zu sein, man selbst. Es sei Zeit für eine Veränderung. „You don‘t have to be like everybody else / You don‘t have to fit into the norm, you are not here to conform“, heißt es im Refrain.

 

Joana Serrat

„Hardcore From The Heart

(Loose Music/Rough Trade)

Out: 11.6.21

Single: „PicturesTIPP

 

Info: Fünftes Album der katalanischen Indie-Pop-Sängerin, Songschreiberin und Multiinstrumentalistin. Nice!

Garbage

„No Gods No Masters” (BMG)

Out: 11.6.21

Single: „No God No MastersTIPP

 

Info: Siebtes Studioalbum der US-Alternative-Kultband um Frontfrau und Feministin Shirley Manson. Das Album sei eine Kritik am weltweiten Erstarken kapitalistischer Kurzsichtigkeit, Rassismus, Sexismus und Misogynie, Shirley Manson. We hear you …!

Joan Armatrading

„Consequences” (BMG)

Out: 18.6.21

Single: „Already There

 

Info: Die lesbische britische Bluesrockmusikerin (70) ist eine Musikikone. Seit ihrem Karrierestart 1972 war sie dreimal für den Grammy nominiert. Ihr neues Album erscheint zunächst digital. Im August 2021 dann als CD und Vinyl. Die erste Single „Already There“ ist eine große hymnische Ballade.

 

Nina June

„Side A - Our Garden” (Nettwerk)

Out: 25.6.21

Single: „Like An Enemy

 

Info: Die Indie-Musikerin, die in Amsterdam lebt, mit neuer EP. Während die erste Single „Trust Fall“ ein reduziertes, getragenes Pianostück ist, ist die zweite Single „Like An Enemy“ ein harmonisch-melodischer Mid-Tempo-Indie Pop-Song. Ihr Debutalbum erschien 2018. Am 29.6.21 wird Nina June 36 Jahre alt.

 

Fritzi Ernst

„Keine Termine” (Bitte Freimachen Rec.)

Out: 11.6.21

Single: „Kein Termine

 

Info: Ex-Schnipo Schranke Musikerin macht nach Auflösen der Band 2019 solo weiter. Dies ist ihr feines Solo-Debut zwischen deutschsprachigem Electro-Pop und Liedermaching. Musikalisch steht das Klavier, Fritzi Ernsts Hauptinstrument, oder auch der Synthesizer im Vordergrund.

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CHAI

„Wink” (Sony)

Out: seit 21.5.21

Single: „Ping Pong

 

Info: Die vier japanischen Musikerinnen Mana, Kana, Yuuki und Yuna sind die Band Chai. Die Indie-Variante der typisch elektronischen J-Pop-Musik. Ihre musikalischen Vorbilder sind u. a. Bands wie Chvrches, Chemical Brothers oder Justice. Aber auch US-Riot-Grrrl-Einflüsse lassen sich auf ihrem neuen dritten Album finden. Musikalisch wie feministisch. Chai kritisieren u. a. das strenge normative Schönheitsideal von Frauen in Japan. Das digitale Album gibt es hier: https://chaiofficial.bandcamp.com/album/wink

 

Sleater-Kinney

„Path Of Wellness” (Mom+Pop)

Out: 11.6.21

Single: „Worry With YouTIPP

 

Info: Die Portland Riot Grrrl-Legenden Carrie Brownstein und Corin Tucker veröffentlichen ihr neues, erstmals selbstproduziertes Sleater-Kinney Album, es ist das insgesamt 10. Die erste Single „Worry With You“ und noch deutlicher deren offizielles Video von Alberta Poon erzählen die Alltagsliebesgeschichte eines jungen queeren Paares.

 

Hania Rani

„Music For Film And Theatre

(Gondwana/Groove Attack)

Out: 18.6.21

Single: „Soleil Pâle

 

Info: Das neue Album der polnischen Neo-Klassik-Pianistin und Komponistin (29) enthält eine persönliche Auswahl ihrer bisherigen Arbeiten für Film- und Theaterprojekte und Ähnliches. Ihr letztes Album „Home“ mit eigenen neuen Stücken erschien 2020.

The Linda Lindas

„The Linda Lindas” (Linda Lindas Records)

Out: seit 10.12.20

Single: „MonicaTIPP

 

Info: Aktuelle 4-Track-EP der vier jungen Asian-American, Latinx Punk Rock-Grrrls Bela Salazar (16), Eloise Wong (13), Lucia de la Garza (14) und Mila de la Garza (10). Diese wurden im Mai 2021 durch ihren Auftritt in der L.A. Public Library zum Internethit. Der Song „Racist Sexist Boy“ ging in den sozialen Medien steil. Die 10-jährige Drummerin Mila erklärt in einem weltweit geteilten Livemitschnitt auch die Entstehungsgeschichte des Songs, als sie ein befreundeter Junge in der Schule fallen lies, weil sie chinesischer Herkunft ist. In den USA - wie in anderen Teilen der Welt - hat sich der anti-asiatische Rassismus aufgrund der Corona-Pandemie, die in China begann, weiter verstärkt. Der Monat Mai war in den USA AAPI Heritage Month, ein Gedenkmonat für das (kulturelle) Erbe von Asian Americans und Pacific Islanders. Drummerin Mila trug bei ihrem Auftritt ein Bikini Kill T-Shirt. The Linda Lindas spielten bereits 2019 Support für die legendäre Riot Grrrl-Band.

Nina Attal

„Pieces Of Soul” (Zamora/Groove Attack)

Out: 11.6.21

Single: „Daughter

 

Info: Die französische Singer/Songwriterin und Gitarristin (Jahrg. 1992) mit neuem Album. Zwischen Singer/Songwriting, Country und Rock.

May, die dritte Frau

(jip Film & Verleih)

Drama von Ash Mayfair

Vietnam 2021

 

Spielfilmdebut der vietnamesischen Regisseurin Ash Mayfair, die u. a. in Großbritannien und den USA lernte. Ihr Film über die frühere gesellschaftliche Rolle von Frauen in Vietnam spielt im 19. Jahrhundert und ist inspiriert vom Leben ihrer Groß- und Urgroßmütter. Ash Mayfair erzählt die Geschichte der 14-jährigen May, die an einen Gutsbesitzer im ländlichen Norden Vietnams als dessen dritte Frau verheiratet wird. Es geht um Hierarchien und Einfluss auch zwischen den Frauen, bei dem auch Kinder und deren Geschlecht eine bedeutende Rolle spielen. Zwischen Macht und Eifersucht und dem Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit erlebt die junge May erstmals, zunächst gezwungener Maßen, ihren eigenen Körper, ihre eigene Sexualität und verliebt sich schließlich in Xuan, die zweite Frau ihres gemeinsamen Mannes. Eine in mehrfacher Hinsicht verbotene Liebe. Mit Nguyen Phuong Tra My, Mai Thu Huong, Tran Nu Yên Khê u. a.

Kinostart: 10.6.21

Ausgabe Nr. 159

Juni 2021

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Fabienne Sand / Laura Hofmann / Felicia Ewert

„Feminism is for everyone“

(Dressler Verlag)

Sachbuch, 80 S., broschiert

Out: seit 8.4.21

 

Info: „Argumente für eine gleichberechtigte Gesellschaft“, so der Untertitel der intersektionalen feministischen Neuerscheinung für Jugendliche ab 12 Jahren. Geschrieben in einfacher Sprache und in kurzen Absätzen von der Schwarzen Autorin und Aktivistin Fabienne Sand, die u. a. für Die Zeit und das Online-Blogzine This Is Wayne Jane schreibt, in Zusammenarbeit mit der weißen Politikwissenschaftlerin, Autorin und trans Aktivistin Felicia Ewert sowie der weißen cis Tagespiegel-Redakteurin Laura Hofmann. Das Buch soll eine Einstiegslektüre für junge Menschen sein zu den Themen Feminismen, Intersektionen, Privilegien und gesellschaftliche Machtstrukturen.

Svenja Gräfen

„Radikale Selbstfürsorge. Jetzt!

Eine Feministische Perspektive“

(Eden Books)

Sachbuch, 200 S., broschiert

Out: seit 8.4.21

 

Info: Ein feministisches Buch zum Thema Selbstfürsorge. Ein Thema, was in den letzten Jahren die Mainstreammedien und die Werbung für sich entdeckt haben, was zu einem kapitalistischen, leistungsorientieren Konzept und Bild des Sich-um-sich-selbst-Kümmerns führte. Zielgruppe waren vor allem gut situierte cis Frauen. Svenja Gräfen hat deshalb selbst lange mit sich gehadert. Bis sie eines Tages feststellte, wie wichtig es ist, gut für sich selbst zu sorgen und dass sie keine schlechte Feministin ist, wenn sie Selbstfürsorge betreibt. Das gilt auch im unermüdlichen feministischen Kampf mit all seinen Widerständen und wenig direkt sichtbar Erreichtem, um einer möglichen als „activist/feminist burnout“ bekannten völligen Erschöpfung vorzubeugen.

Lee Aaron

„Radio On!” (Metalville/Rough Trade)

Out: 25.6.21

Single: „C‘mon

 

Info: Die kanadische Rock-Musikerin Karen Lynn Greening aka Lee Aaron wurde bekannt als Fronfrau der Metalband Lee Aaron, zu der sie 1977 als 15-Jährige zunächst als Background-Sängerin kam und später Leadsängerin wurde. Die Band löste sich in den 1990ern auf. Sie behielt den Bandnamen und machte damit als Solokünstlerin weiter. Ihr neues Album ist etwas poppiger als gewohnt. Lee Aaron wird am 21.7.21 59 Jahre alt.

Marina & The Kats

„Different” (Parramatta/Sony)

Out: 25.6.21

Single: „Different

 

Info: Indie-Swing der „kleinsten Big-Band der Welt“ um Sängerin Marina aus Wien. Ein Album „zum Tanzen und Feiern“, sagt die Band.

Karin Park & Lustmord

„Alter” (Pelagic Rec./Cargo)

Out: 25.6.21

Single: „Hiraeth

 

Info: Die schwedische, mit dem norwegischen Grammy ausgezeichnete Indie-Elektronik-Musikerin (42) mit einem neuen düster experimentellen Album. Diesmal in Zusammenarbeit mit dem Dark Ambient/Industrial-Musiker Brian Williams aka Lustmord. 2014 und 2015 war Karin Park, die viele LGBTIQA-Fans hat, Top Act des Queer Festivals Heidelberg.

 

weird interviewte Karin Park für die Ausgabe Nr. 90 April 2015

LoneLady

„Former Things” (Warp/Rough Trade)

Out: 25.6.21

Single: „Fear Colours

 

Info: Julie Campbell aka LoneLady aus Manchester mit ihrem dritten Album. Ihr Debut erschien 2010. Nicer Electro-Pop oder auch Post Punk mit Dance-Einflüssen.

 

Angélique Kidjo

„Mother Nature” (Verve/Universal)

Out: 18.6.21

Single: „Africa, One Of A Kind

 

Info: Die in Benin geborene französische Musikerin gewann 4 Grammys, so häufig wie kein_e andere_r afrikanische_r Künstler_in. Über ein Dutzend Alben hat sie in ihrer 40-jährigen Karriere veröffentlicht. Angéligque Kidjo gilt als eine der einflussreichsten Frauen weltweit und einer der größten afrikanischen Musikstars unserer Zeit. Auf ihrem einmal mehr sehr beeindruckenden neuen Album arbeitet sie gemeinsam mit einigen der mitreißendsten jungen west-afrikanischen Musiker_innen, die Afro-Pop, HipHop, R&B und andere Einflüsse in ihre Musik bringen. Am 14.7.21 wird Angélique Kidjo 61 Jahre alt.

Nina

„The Beginning” (Aztec Rec./Rough Trade)

Out: 18.6.21

Single: „We Are The Wild Ones

 

Info: Die deutsche Synthie-Pop-Musikerin Nina Boldt aka Nina lebt in London. Nach zwei Alben ist dies ihre neue EP mit vier neuen Stücken, dem Blondie-Cover „Heart Of Glass“ sowie vier Instrumentalversionen der vier neuen Songs. Melodiös, treibend, mit viel 80er Jahre-Einflüssen. Nice.

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Diana Ezerex

„My Past‘s Gravity” (Recordjet/Edel)

Out: 18.6.21

Single: „Ask Around

 

Info: Souliges gesellschaftskritisches Debutalbum der Schwarzen Soul-Musikerin und Pädagogin an der pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Ihr Album handelt von Menschen in Gefängnissen, von Mental Health, Suizid, Akzeptanz, Awareness, Identität. Die Idee zum Album entstand durch ihre regelmäßigen Auftritte in deutschen Gefängnissen. „Es gibt immer etwas, woran wir arbeiten können, wenn es um den Umgang mit unseren Mitmenschen geht“, so Diana Ezerex zu ihrer Single „Ask Around“. „Wenn wir nicht wissen, wo wir anfangen sollen, dann ist es das einfachste, unser Umfeld zu fragen und miteinzubeziehen. Empathisch zu sein und wahrzunehmen. Dadurch lernen wir so viel.“

Emily Wolfe

„Outlier” (Crows Feet/Membran)

Out: 18.6.21

Single: „Something BetterTIPP

 

Info: Die lesbische Indie Pop/Rock-Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin (31) aus Texas mit ihrem sehr feinen zweiten Album.

 

Faye Webster

„I Know I‘m Funny Haha

(Secretly Canadian/Cargo)

Out: 18.6.21

Single: „Cheers

 

Info: Viertes Indie Pop-Album der US-Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin. Ihr letztes Album erhielt viel Aufmerksamkeit. Ihr Song „Room Temperature“ wurde vom Rolling Stone Magazine Australia 2019 als einer der besten 50 Songs des Jahres genannt. Ihr Song „Better Distractions“ zählte Ex-US-Präsident Barack Obama zu seinen Lieblingssongs. Auch das neue Album hat Potential.

 

Anne Clark

„Homage: The Silence Inside“

(Anne Clark/Rough Trade)

Out: 18.6.21

 

Info: Ein Album der Londoner Synthie-Pop-Kultmusikerin und Poetin, das gemeinsam mit Thomas Rückoldt aus Jena entstand. Der kommt aus der Punk/Hardcore-Szene und verband später in seiner Musik Industrial, EBM und Ambient mit Klassik. Am 14.5.21 wurde Anne Clark 61 Jahre alt. Das Album ist 2018 entstanden und ein Tribute an einige von Anne Clarks favorisierter Poesie. 2019 veröffentlichte sie ebenfalls mit Thomas Rückoldt die politische Single „Stop Brexit“.

Liz Phair

„Soberish“ (Chrysalis/Universal)

Out: 4.6.21

Single: „Spanish DoorsTIPP

 

Info: Das erste neue Album der kultigen Rocksängerin, Songschreiberin und Gitarristin aus New Haven seit 2010. Und es ist frisch. Frischer, feiner Indie Pop/Rock-Sound.

 

Marina Allen

„Candlepower” (Fire Rec./Cargo)

Out: 4.6.21

Single: „Oh, Louise

 

Info: 7-Track-Album bzw. EP der Singer/Songwriterin und Gitarristin aus Los Angeles. Träumerischer Indie-Pop.

Anna Fox Rochinski

„Cherry” (Don Giovanni Rec./H’Art)

Out: 4.6.21

Single: „Cherry

 

Info: Erstes Solo-Album der heute in New York lebenden Indie-Musikerin, bekannt von ihrer Zeit mit der Psych Rock-Band Quilt. Experimenteller Indie-Pop.

Japanese Breakfast

„Jubilee” (Dead Oceans/Cargo)

Out: 4.6.21

Single: „Be Sweet“ TIPP

 

Info: Drittes Solo-Album der bisexuellen koreanisch-jüdisch-amerikanischen Indie-Electro-Pop-Musikerin Michelle Zauner aka Japanese Breakfast. Michelle Zauner wurde in Seoul geboren und kam mit 9 Monaten nach Oregon in die USA. Sie studierte an einem College nahe Philadelphia, wo sie die Frontfrau der Indie Pop-Band Post Post war. Sie hoffe, dass sie mit ihrer musikalischen Arbeit dazu beitragen könne, dass mehr asiatisch-amerikanische Musiker_innen in der Musik Fuß fassen. Ihre Debutsingle „Everybody Wants To Love You” von 2016 handelt, nach ihrer eigenen Aussage von ihrer Beziehung mit einer Frau, für die sie dieses Lied geschrieben habe. Diese habe jedoch davon nichts gewusst.

Wolf Alice

„Blue Weekend” (Dirty Hit/RCA/Sony)

Out: 11.6.21

Single: „Smile“

 

Info: Die Alternative Rock-Band aus Großbritannien um Sängerin, Gitarristin und Bandgründerin Ellie Rowsell mit ihrem dritten Album. 2015 hatte die Band ihr erfolgreiches Albumdebut, das auf Platz 2 der UK-Charts stieg.

Arlo Parks

„Collapsed In Sunbeams

(PIAS/Transgressive/Rough Trade)

Out: seit Januar 2021

Single: „Black DogTIPP

 

Info: Debutalbum der bisexuellen, queeren, feministischen Schwarzen Indie Pop-Musikerin Anaïs Oluwatoyin Estelle Marinho aka Arlo Parks (20) aus London. Sie wird als einer der spannendsten Indie-Newcomerin des Jahr gefeiert. Am 11.5.21 erhielt sie in London den Brit Award 2021 als „Breakthrough Artist“. Nominiert war sie außerdem in der Kategorie „British Female Solo Artist“.

 

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Nora Eckert

„Wie alle, nur anders.“

(C.H. Beck)

Autobiografie, 208 S., gebunden

Out: seit Februar 2021

 

Info: „Ein transsexuelles Leben in Berlin“, so der Untertitel der Autobiografie der bekannten Berliner Publizistin und Opernkritikerin Nora Eckert. Im Glauben schwul zu sein, findet die gebürtige Nürnbergerin als sie 1973 in ihr bis heute geliebtes West-Berlin kommt heraus, dass sie trans ist. 2018 hat sie beschlossen ihren Weg aufzuschreiben und ihr trans Sein öffentlich sichtbar zu machen. Sehr lange Zeit, so sagt sie in einem Interview im Mai 2021, habe sie als nicht geoutete trans Frau, also „nur“ als Frau, gelebt und gearbeitet, so Nora Eckert. „Ich benutze heute unentwegt diesen Begriff trans Frau, weil ich damit das Eigene an mir, in mir betonen will, also meine Sichtbarkeit als trans Person. Das habe ich lange Zeit nicht getan.“

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