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Queer-feministisch sein in ...

 

 

Bielefeld

 

 

 

 

 

 

 

 

Interview mit Hannah von

 

GRRRLS* can skate

 

zum

GRRRLS* Skate Fest Bielefeld 2017 | 8.-10.9.17 | Kesselbrink - AJZ - Gegenüber Bar, Bielefeld

 

 

 

Interview: Christine Stonat (8/2017)

Fotos: Anne Braune (s/w oben), Miriam Möhle (rechts)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

weird: Grrrls* can skate veranstaltet vom 8. bis 10.9.17 zum dritten Mal das GRRRLS* Skate Fest Bielefeld. Wann und wie kam es zu der Idee ein GRRRLS* Skate Fest in Bielefeld zu veranstalten?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Wir haben 2014 zum ersten Mal Veranstaltungen zum Thema (Hetero-)Sexismus in der Skate-Szene gemacht und die Resonanz war super. Auch an den Workshops gab es so viel Interesse, dass wir weiterarbeiten wollten. Wir hatten alle Lust, uns den Skatepark anzueignen und die Öffentlichkeit noch breiter zu erreichen, um neue Vorbilder zu schaffen. Und der Skatepark am Kesselbrink liegt dafür ja perfekt, er ist ja der größte innerstädtische Europas! Dann habe ich einfach rumgesponnen und auf gut Glück einen Antrag für ein queerfeministisches Skate-Festival eingereicht und als von allen Seiten Zusagen kamen war klar – das rocken wir jetzt!

 

 

weird: Was genau steht beim Grrrls* Skate Fest Bielefeld 2017 auf dem Programm?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Am Freitag starten wir das Wochenende intern mit den Skater_innen, die Samstag auf dem Kessel fahren. Wir netzwerken, tauschen uns aus, teilen Szene-Erfahrungen und Entwicklungen miteinander. Samstag gibt’s dann für alle auf dem Kesselbrink ne gemischte Tüte aus Skateboard-Action und Longboard-Dancing zu sehen, im Street-Bereich, Holzpark und auf der Marktfläche. DJanes legen auf und wir sind mit unserem Infostand vor Ort. Sonntag können dann alle Interessierten mit uns Skateboard oder Longboard lernen. Dieses Jahr haben wir sogar Workshops für Fortgeschrittene, das wird super!

 

 

weird: Wie viele Teilnehmer_innen erwartet ihr?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Wir schätzen, dass es viele Longboarder_innen sind, die kommen und zählen auch auf unsere Skateboarder_innen aus den letzten Jahren. Wir hatten letztes Jahr 25 Fahrer_innen und 70 Workshopteilnehmer_innen, das wollen wir wiederholen!

 

 

weird: Würdet ihr sagen, das GRRRLS* Skate Fest Bielefeld ist ein überregionaler oder internationaler oder eher ein regionaler Event (und warum)?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: In den letzten Jahren war das Event immer international. Die Girls*-Szene ist schönerweise gut vernetzt und solidarisch, dann kommen auch gern Skater_innen aus Belgien, Spanien, Niederlande, Österreich oder London.

 

 

weird: Was hat sich beim GRRRLS* Skate Fest in den letzten drei Jahren verändert und wie seht ihr die Entwicklung?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Es hat sich ein Stück professionalisiert, weil wir die Abläufe viel besser kennen und wissen, was es für so ein großes Event alles braucht, das hilft total. Wir haben viele Unterstützer_innen gewonnen, die uns wertvoll supporten und auch die Girls*-Skate-Szene scheint besser vernetzt zu sein, scheint auch politischer zu sein als vor drei Jahren. Wo das herkommt wissen wir nicht, aber wir alle beziehen uns immer wieder aufeinander. Diese Entwicklung sehen wir positiv.

 

 

weird: GRRRLS* can skate hat sich 2014 gegründet. Wie kam es zu dem Projekt und wofür steht es?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Ich habe 2014 bei den Aktionstagen Gesellschaft Macht Geschlecht mitgearbeitet, einer feministischen Veranstaltungsreihe. Gleichzeitig war ich oft an dem neuen Kesselbrink, an dem mir aufgefallen ist, dass es praktisch nur Typen gibt, die da fahren. Dann habe ich mich in der Szene nach Skaterinnen umgehört und habe Maria und Annina gefragt, ob sie Bock haben, sich gemeinsam politisch und aktivistisch damit auseinander zu setzen. Wir wollen Freiräume gestalten und neue Bilder und Vorbilder schaffen.

 

 

weird: Wie groß ist das GRRRLS* can skate Team?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Wir sind über die Jahre ein Kernteam von drei Personen und es gibt jedes Jahr neue Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten.

 

 

weird: Ihr veranstaltet aber nicht nur einmal im Jahr das Skate Fest. Was genau macht GRRRLS* can skate darüber hinaus und welche andere Angebote gibt es?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Wir bieten immer wieder Skateboard- und Longboard Workshops an und arbeiten dafür gern auch außerhalb von Bielefeld mit Jugendzentren oder politischen Gruppen zusammen. Außerdem gibt es immer am zweiten Samstag des Monats unsere Rollrunde, bei dir wir uns mit anderen Skater*innen aus Bielefeld treffen und zusammen üben. Da ist jedes Level willkommen, denn wir supporten uns untereinander und hängen auch einfach gern miteinander rum.

 

 

weird: Ihr arbeitet aus einem queer-feministischem Selbstverständnis heraus, gegen Geschlechterstereotypen. Wie genau ist euer Ansatz?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Wir haben alle sehr unterschiedliche Zugänge zu Feminismus, manche haben in die Richtung studiert, manche haben sich anders auseinandergesetzt und das macht es gerade spannend. Ein Konsens ist, dass wir den heteronormativen Zwang zur Zweigeschlechtlichkeit abbauen wollen und das Patriarchat mit seinem (Hetero-)Sexismus in die Tonne gehört. Dabei sind wir der Überzeugung, dass Feminismus auch antirassistisch sein muss. Wir wollen verschiedene Kämpfe supporten und in solidarischer Auseinandersetzung mit anderen Feminist_innen arbeiten. Unsere politische Arbeit ist also eine Mischung aus Kritik an bestehenden Verhältnissen und dem Versuch, etwas zu verändern.

 

 

weird: Wie spiegeln sich bestehende gesellschaftliche Geschlechterstereotypen in der Skater_innen-Szene wider?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Die Skate-Szene ist, wie viele andere Action-Sportarten, eine männlich dominierte Szene. Es gibt zwar immer mehr Skaterinnen, aber die sind oft nicht sichtbar, weder in Magazinen, noch in Medien. Es gibt viel sexualisierte Darstellung von Frauen mit Skateboards, gerne in Hotpants und oben ohne und auch die Decks werden gern von sexistischen Bildern geziert. Oft hören wir, dass sogenannte weibliche Körper nicht für den Sport geeignet seien, das geht gar nicht. Und Frauen* bekommen oft keine oder geringere Preisgelder und werden weniger häufig gesponsort. Um es sich leisten zu können, dem Sport nachzugehen, sind das wichtige Faktoren.

 

 

weird: Wie sieht es diesbezüglich in Bielefeld aus? Und würdet ihr sagen, dass eure Arbeit etwas verändert hat?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Die Skate-Szene in Bielefeld ist sehr verschieden, viele sind unterstützend, einige andere sind aber auch unsolidarisch. Unsere kontinuierliche Arbeit, Nachwuchs zu schaffen und ordentlich Action zu machen, findet trotzdem seine Anerkennung. Es hat in vielen Situationen einiges gebracht, braucht aber immer wieder auch Auseinandersetzung. Wir bekommen das Feedback, dass es viele Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen sehr bewegt und stärkt, das ist das Wichtigste.

 

 

weird: Der Skaterpark auf dem Kesselbrink ist der größte innerstädtische Skatepark Europas. Wie besonders ist das für euch, den in eurer Stadt zu haben?

 

GRRRLS* can skate | Hannah: Es ist eine tolle Gelegenheit, denn dieser Ort ist für alle zugänglich, gut besucht und bietet sich perfekt dafür an, Sichtbarkeit zu schaffen. Viele verschiedene Menschen sind hier unterwegs und wir erreichen mit unserer Arbeit immer auch ganz zufällig wen, der_die dann zum ersten Mal auf dem Kesselbrink Skater*innen fahren sieht und von der sonstigen Normalität überrascht ist.

 

 

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (8/2017)

Fotos: Miriam Möhle (oben Farbe), Anne Braune (oben s/w)

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Vom 8. bis 10.9.17 findet in Bielefeld zum dritten Mal das GRRRLS* Can Skate Fest für Frauen, Lesben, trans*, inter* Menschen auf dem Kesselbrink statt. Hier steht bekanntermaßen Deutschlands größter innerstädtischer Skaterpark. 2017 gibt es zudem neue Workshops für Anfänger_innen wie Fortgeschrittene im Alter von 8-99 Jahren, Sessions, Showcases, Longboard Dancing, einen Mini-Fun-Contest, dazu Chillen und Grillen, Diskussionen, Networking, DJ*anes und Infos sowie eine Aftershow-Party am Samstag, 9.9.17, ab 22 Uhr in der Gegenüber Bar. „Wir rocken zusammen den Kessel mit Skater*innen aus ganz Europa und ihr könnt ein Teil davon sein!“, so die Organisatorinnen von GRRRLS* can skate aus Bielefeld in ihrer Pressemitteilung. „Wir freuen uns riesig darauf, wieder neue Vorbilder jenseits von Geschlechterstereotypen zu schaffen, gemeinsam Spaß am Sport zu haben und miteinander lernen zu können.“ Das selbstverwaltete queer-feministische Projekt GRRRLS* can skate setzt sich in Bielefeld in der emanzipatorischen Mädchen*arbeit, Jugend- und Erwachsenenbildung seit 2014 mittels Skateboarding dafür ein, „Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und Zwänge aufzubrechen, damit Menschen selbstbestimmt leben und lieben können.“

 

weird sprach vorab mit den GRRRLS* can skate-Teamerin Hannah über das GRRRLS* Skate Fest 2017 im Besonderen und GRRRLS* can skate Bielefeld im Allgemeinen.

 

 

 

Online: https://grrrlscanskate.wordpress.com/

http://grrrlscanskate.de

 

 

 

_GRRRLS* Can Skate Fest, Skaterpark Kesselbrink, AJZ, Gegenüber Bar, Bielefeld, 8.-10.9.17

 

Freitag, 8.9.17 (@ AJZ Bielefeld )

Skate-Session // Get-together & Networking

 

Samstag, 9.9.17 (@ Skatepark Kesselbrink )

Public Skate Session //Mini-Fun-Contest // Showcase // Longboard Dancing 15.30-20.00 Uhr

 

Aftershowparty (@ Gegenüber-Bar) 22.00-3.00 Uhr

 

Sonntag, 10.9.17 (@ Skatepark Kesselbrink )

Workshops für Anfänger*innen auf Longboard und Skateboard (8-99 Jahre)

 

Workshops für Fortgeschrittene auf Longboard und Skateboard (8-99 Jahre) ab 13 Uhr - Open End

Ausgabe Nr. 119

September 2017

Über weird | Archiv

Interview-Steckbrief

- in eigenen Worten -

 

 

Name: Hannah (Foto vorne)

Alter: 29

Beruf: Soziologin

Wohnort: Bielefeld

Meine weirdeste Eigenschaft: Meine 8-jährige Hetero-Beziehung

GRRRLS* Skate Fest-Team 2017:

(hinten v.l.n.r.) Maria Arndt, Annina Frank, Pia Tabea Visse

(vorne) Hannah Grüneberg | Foto: Miriam Möhle