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Weitere Notizen:

 

 

Lesung

Dr. phil. Angela Steidele schrieb ihre Dissertation zu Thema „Liebe und Begehren zwischen Frauen in der deutschsprachigen Literatur 1750-1850“ (Stuttgart, Metzler, 2003). Bis heute forscht und veröffentlicht sie biographische Bücher genau zu diesem Thema. Am 18.12.18 wurde Angela Steidele 50 Jahre alt. Am 22.1.19 ist sie in Bielefeld zu Gast und liest ab 19 Uhr in der FH Bielefeld (Theaterraum, Interaktion 1) aus ihrem Buch „Anne Lister - eine erotische Biographie (Matthes & Seitz 2017). Die englische Landbesitzerin Anne Lister (1791-1840) hatte Liebesbeziehungen zu sehr vielen Frauen und schrieb Tausende von Seiten intime wie ausführliche erotische Tagebucheinträge. Autorin Angela Steidele hat sich Anne Lister und ihrem Liebesleben und der für Frauen restriktiven Zeit, in der dies geschah, biographisch gewidmet. Die Lesung wird veranstaltet vom Referat für Lesben, Bi, Trans*, Inter* der FH Bielefeld.

 

 

 

Film

Am 18.1.19 feiert der Film Here To Be Heard: The Story Of The Slits (Filmokratie 2018, Filmplakat s. rechts) Bielefeld Premiere. Die Offkino-Reihe lädt um 20.30 Uhr ins Filmhaus, Bielefeld. Die britische Musikdokumentation von William E. Badgley gibt Einblicke in das Leben der Musikerinnen der Kultpunkband The Slits, die zu den Pionier_innen der Punkmusik zählen. Am 20. Oktober 2010 starb die deutsche The Slits-Sängerin und Frontfrau Ariane Forster aka Ari Up im Alter von 48 Jahren in Los Angeles. Als sie die Band 1976 gemeinsam mit Drummerin Paloma Romero alias Palmolive gründete, war Ari Up gerade mal 14 Jahre alt. Nina Hagen holte The Slits, nachdem sie sie in London gesehen hatte, 1978 als Support ihrer Hagen-Band nach Deutschland. Ari Up arbeitete mit Tourmanagerin und Freundin Jennifer Shagawat an einem Film über die Band. Diese Dokumentation ist eine Vollendung dessen, was Ari Up zu Lebzeiten nicht mehr geschafft hat durch Jennifer Shagawat und den befreundeten Regisseur William E. Badgley. Der Film zeigt die Geschichte der Band von der Gründung bis 2010, ihre Gründerinnen und ihrer Mitmusikerinnen Kate Corris, Suzi „Gutzy“ Webb, Viv Albertine und Tessa Pollitt. Bundesweiter Kinostart war am 8.11.18

 

 

 

Demonstration

Am 19.1.19 findet in Washington D.C. und in zahlreichen weiteren Städten der USA - und aus Solidarität weltweit - der Women‘s March 2019 statt. Nach dem überwältigenden Erfolg 2017 mit vielen Hundertausenden Teilnehmer_innen gehen Frauen und Supporter_innen 2019 erneut auf die Straße. Der Women‘s March 2019 markiert zwei Jahre Widerstand gegen die rechte Regierung von US-Präsident Do nald Tru mp. „Wir werden die Straßen von Washington D.C. und Städten in der ganzen Welt überfluten“, so die Organisator_innen. Hastag #WomensWave.

 

Online: www.womensmarch.com/2019

 

100 Jahre Frauenwahlrecht

1918/19-2019

 

Wohl spricht man viel von Freiheit für alle, aber man ist gewöhnt unter dem Wort ‚alle’ nur die Männer zu verstehen“, das schrieb die Frauenrechtlerin Louise Dittmer anlässlich der Wahl zur Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848. Bei der Versammlung waren ausschließlich Männer ab 25 Jahren vertreten. Ein Zitat, das heute 170 Jahre später immer noch aktuell ist. Denn zwar feiern wir in Deutschland 100 Jahre Frauenwahlrecht, doch noch immer leben wir in einem Patriarchat, in dem Frauen zwar wählen dürfen, aber nicht die gleichen Chancen haben und bereits erreichte Frauenrechte aktuell durch konservative, rechte und faschistische Parteien und Machthaber wieder stärker bedroht sind.

 

Frauen kämpfen weltweit seit es sie eigentlich gibt für ihre Rechte. Das Frauenwahlrecht ist eine der wichtigsten politischen Errungenschaften unserer Zeit. 1911 fand der erste Internationale Frauentag statt; in Deutschland organisiert von den Frauenrechtlerinnen Clara Zetkin und Käthe Duncker. Das Frauenwahlrecht war seit vielen Jahren ein zentrales Thema in der deutschen Frauenrechtsbewegung. 58 deutsche Frauenorganisationen forderten im Oktober 1918 schließlich in einem gemeinsamen Brief an den Reichskanzler Max von Baden, er solle dem Verlangen der Frauen nach einem Wahlrecht entsprechen. Begleitet von großen Kundgebungen in Berlin für das sofortige Stimmrecht für Frauen. Am 30. November 1918 wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht vom Rat der Volksbeauftragten in der Verordnung über die Wahl zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung verankert. Nach dem Sturz der Monarchie und dem Ausruf der Weimarer Republik am 9.11.1918 fand am 19. Januar 1919 schließlich die erste Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung statt, an der erstmals Frauen als Wähler_innen und Gewählte teilnehmen konnten. Im Artikel 109, Abs. 2 der Weimarer Verfassung stand „Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.“ Über 80 Prozent der Frauen gaben damals bei der ersten Wahl ihre Stimmen ab. Am 19. Februar 1919 hielt die Sozialdemokratin Marie Juchaz als erste Frau eine Rede in der Nationalversammlung. (Foto: Flugblatt von 1918/AddF)

 

Mit www.100-jahre-frauenwahlrecht.de gibt es eigens eine eigene Website.

Ein Jahrhundert: 2018/19 feiert Deutschland 100 Jahre Wahlrecht für Frauen. Über 80 Prozent der erstmals stimmberechtigten Frauen nahmen am 19.1.1919 an der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung teil.

Ausgabe Nr. 133

Januar 2019

100 Jahre Frauenwahlrecht

Demokratie braucht starke Frauen

 

Unter dem Titel „Demokratie braucht starke Frauen“ laden die Gleichstellungsstelle der Stadt Bielefeld und weitere Frauenorganisationen der Stadt zu einer Veranstaltung, um 100 Jahre Frauenwahlrecht zu feiern. Am 19.1.1919 durften Frauen in Deutschland erstmals wählen und gewählt werden. Am 20.1.19 soll das in der VHS Bielefeld (kleiner Saal) von 11 bis 13 Uhr gefeiert werden. Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Journalistin Dr. Mithu Sanyal („Vulva“) und die queere in Bielefeld lebende Diplom-Pädagogin Dr. phil. Mai-Anh Boger treten dabei in einen Dialog und diskutieren, in welchem Verhältnis Demokratie zu identitätspolitischen Forderungen wie denen der Frauenbewegung stehen. Für den kulturellen Teil der Veranstaltung wurden die Bielefelder Liedermacherin und Poetry Slammerin Nadine Dubberke aka NaDu sowie die Bielefelder Musikerinnen Ramona Kozma (von Kozma Orkestar, Gesang, Akkordeon) und Hannah Heuking (Klarinette) als Duo Picon als Gäste eingeladen.

 

 

Veranstalter_innen:

 

Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF); Bundesverband der Migrantinnen; Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB); Feministisches Netzwerk gegen Gewalt an Frauen und Mädchen; Frauenplenum der LINKEN; Frauenreferat im Evangelischen Kirchenkreis Bielefeld; Gleichstellungsstelle der Stadt Bielefeld; Künstlerinnenforum bi-owl e. V.; TERRE DES FEMMES Städtegruppe Bielefeld

 

Im Dialog: Mithu Saynal („Vulva“) und die queere in Bielefeld lebende Mai-Anh Boger (Foto) diskutieren am 20.1.19 in der VHS Bielefeld (11-13 Uhr) zum Thema Demokratie und Frauenbewegung. Anlass der Veranstaltung mit kulturellem Rahmenprogramm von NaDu und Duo Picon ist das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts.

 

 

Mai-Anh Boger veröffentlicht im Januar 2019 ihr neues Buch „Subjekte der Inklusion: Die Theorie der trilemmatischen Inklusion zum Mitfühlen“ im Verlag edition assemblage.