Out queer: Die Bochumer Schauspielerin, Performerin, Moderatorin und Aktivistin Kübra Sekin ist ab Sommer 2022 in der neuen ZDFneo Comedy-Serie „Ruby“ zu sehen.

 

3sat wiederholt zudem am 3.6.22 um 11.55 Uhr die ZDF-Kurz-Dokumentation „einfach Mensch: Kübra Sekin - Freie Fahrt für freie Rechte“, in dem Kübra Sekin mit ihrer Arbeit als Vloggerin für Aktion Mensch portraitiert wird. Als feministische queere migrantische Frau mit Behinderung ist Kübra Sekin vielseitig aktivistisch engagiert.

 

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Mosaik

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A queer perspective on women in pop culture

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Mental Health im Profisport

Julie Kliegman

 

Out US-Journalistin und Sportexpertin Julie Kliegman ist seit 2020 Copy Chief beim renommierten US-Multisport-Livestyle-Magazin Sports Illustrated. Sie lebt in New York im Stadtteil Queens. Julie Kliegman ist non-binary und asexuell, ihre Pronomen sind u. a. she/her. Aktuell arbeitet sie neben ihrer Tätigkeit als Sportjournalistin an ihrem Buch „Mind Game: Inside The Mental Health Playbook Of Elite Athletes“. In dem Buch, das 2023 beim Verlag Rowman & Littlefield erscheinen soll, betrachtet Julie Kliegman den Umgang von Profisportler_innen mit mentalen Problemen und Erkrankungen. Besonders seit Beginn der Pandemie hat Julie Kliegman sich intensiv mit dem Thema Mental Health im Sport beschäftigt und u. a. Interviewfeatures in der Sports Illustrated zum Thema Pandemie und Mental Health von Profisportler_innen veröffentlicht. Julie Kliegman berichtet zudem auch über trans Athlet_innen sowie LGBTIQA-Themen betreffend. Dazu gehört vor allem auch das Thema Asexualität. In der Sports Illustrated waren trans Themen und Athlet_innen lange kein Thema. Und auch Asexualität kommt bislang wenig bis gar nicht medial vor. Auch nicht abseits vom Sport. Und so hat Julie Kliegman bereits 2018 u. a. zu Themen wie Asexualität und Dating geschrieben. Zum Thema Mental Health schrieb sie bereits Jahre zuvor.

 

Ihre journalistische Laufbahn begann Julie Kliegman 2009 und arbeitete seither bei verschiedenen Medien, vom Fernsehen übers Radio bis zum Onlinemedium und Zeitung, u. a. 2015 bei BuzzFeed in New York und vor der Sports Illustrated von 2016 bis 2020 für die New Yorker Sport- und Popkulturplattform The Ringer. Sie wolle mit ihren Artikeln sicherstellen, dass andere Menschen Zugang zu Informationen haben, die sie früher nicht hatte, sagte Julie Kliegman 2021 in einem Interview. „Sport umfasst so viel von unserer Kultur“, so Julie Kliegman. „So viele Belange, über die ich schreibe - wie Sexualität und Mental Illness und Gender -, sind so große Teile des Sports. Sport ist daher nicht nur ein Thema. Er ist eine Vielzahl von Themen.“

 

Julie Kliegmans favorisierte Sportart ist Basketball, mit besonderem Augenmerk auf die Frauenbasketballliga WNBA. Vor einem Jahr, im April 2021, hat sich Julie Kliegman öffentlich auf Twitter als non-binary geoutet. Als asexuell war sie bereits einige Jahre zuvor geoutet. (Foto: Julie Kliegman, Linke dIn)

 

Online: https://juliekliegman.com

Out non-binary und asexuell: US-Journalistin Julie Kliegman aus New York ist seit 2020 Copy Chief bei der renommierten US-Sportzeitung Sports Illustrated und schreibt besonders zu trans sein und Asexualität sowie Mental Health im Profisport. 2023 soll ihr Buch „Mind Game: Inside The Mental Health Playbook Of Elite Athletes“ erscheinen.

 

 

Am 14.7. ist International Non-Binary People‘s Day, der internationale Tag nicht-binärer Menschen.

Ausgabe Nr. 171

Juni, Juli, August 2022

Queer in der jüdischen Gemeinde

Helene Braun

 

Helene Braun ist eine junge jüdische Stimme, die sich neben ihrem Rabbinatsstudium mit den Themen Feminismus, Nachhaltigkeit und Queerness beschäftigt.“ So stellt sich die angehende Rabbineri Helene Braun selbst auf ihrer Website vor. Wenn die in Berlin lebende und zur Zeit in Israel residierende queere jüdische Mittzwanzigerin ihr Studium der jüdischen Theologie in Potsdam bald beendet haben wird, wird sie die jüngste Rabbineri Deutschlands sein. Weltweit gibt es rund 1000 weibliche Rabbiner_innen, in Deutschland sind es aktuell sechs.

 

Helene Braun ist Mitgründerin der jüdischen LGBTIQA-Organisation „Keshet Deutschland“ (https://keshetdeutschland.de). Die Dachorganisation Keshet in den USA feierte 2021 bereits ihr 25-jähriges Jubiläum (s. auch weird-Archiv Ausgabe Nr. 159 Juni 2021 „Mitte“). In ihrer Arbeit für die Community, auf ihrem Instagram-Account und darüber hinaus spricht Helene Braun offen über ihren Glauben, jüdische Traditionen, Queerness, immer auch in Verbindung mit aktuellem Zeitgeschehen, und erreicht damit vor allem viele junge Menschen. „Ich will klar machen, dass sich niemand zwischen seiner jüdischen und queeren Identität entscheiden muss“, so Helene Braun Anfang 2022 in einem Interview. „Wir wollen keine jüdischen LGBTQ-Gemeinden erschaffen, sondern dafür sorgen, dass Queerness ein selbstverständlicher Teil in den bestehenden Gemeinden wird.“ Auch interreligiöser Dialog ist Helene Braun wichtig. (Foto: Helene Braun - Website/Instagram)

 

Online: https://helene-braun.de

www.instagram.com/leni_lafayette

 

Out queer: Die jüdische Theologie-Studentin Helene Braun aus Berlin wird nach Beendigung ihres Studiums die jüngste Rabbinerin Deutschlands sein. Aktuell gibt es in Deutschland sechs. Mit ihrer Arbeit für die jüdische LGBTIQA-Community Keshet Deutschland, ihrem Instagram-Account und weiterem ehrenamtlichen Engagement ist Helene Braun eine der wichtigsten jungen jüdischen feministischen und queeren Stimmen in Deutschland. Helene Braun setzt sich u. a. dafür ein, dass Queerness ein selbstverständlicher Teil der jüdischen Gemeinden wird.

 

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Am 5. und 6.6.22 findet das jüdische Erntedankfest Schawuot statt.

Queere Aktion Mensch

Kübra Sekin

 

Kübra Sekin (31) ist Schauspielerin, Performerin, Moderatorin und Aktivistin und ist als Vloggerin regelmäßig für die Sozialorganisation Aktion Mensch unterwegs. Im YouTube-Vlog der Aktion Mensch gibt sie seit 2017 Einblicke in ihr Leben in Bochum als queere Frau mit Behinderung, deren Eltern vor über 40 Jahren aus der Türkei nach Deutschland kamen, und trifft bundesweit Menschen mit Behinderung zum Talk über Alltag und Barrieren und intersektional relevante Themen wie Rassismus, LGBTIQA-Feindlichkeit, Mehrfachdiskriminierung etc. Das ZDF hat Kübra Sekin und ihre Arbeit für Aktion Mensch 2022 in der Reihe „einfach Mensch“ porträtiert. Die Sendung mit dem Titel „einfach Mensch: Kübra Sekin - Freie Fahrt für freie Rechte“, die im März 2022 erstausgestrahlt wurde, wird am 3.6.22 um 11.55 Uhr auf 3sat (gemeinsam mit einer weiteren Folge mit Raul Krauthausen) wiederholt. Die 15-minütige alleinige Folge mit Kübra Sekin kann außerdem hier in der ZDF-Mediathek geschaut werden.

 

Kübra Sekin ist als feministische queere migrantische Frau mit Behinderung vielseitig aktivistisch engagiert und setzt sich u. a. für eine persönliche Autonomie von Menschen mit Behinderung ein. Das gilt auch für ihr eigenes Leben mit Elektrorollstuhl. „Früher habe ich mir mehr gefallen lassen, das hat sich im Laufe der Zeit geändert“, sagt Kübra Sekin in der ZDF-Dokumentation. Auch wolle sie nicht mehr ständig anderen ihre Behinderung erklären. Das sei etwas Intimes, Privates, sagt sie. „Ich erzähle ja auch niemandem, wann ich das letzte Mal Sex hatte oder auf Toilette war“, so Kübra Sekin am 20.5.22 in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“ mit der queeren Moderatorin Bettina Böttinger. Kübra Sekin hat eine professionelle Weiterbildung als Tänzerin absolviert. Sie ist zudem sehr modeaffin und ziemlich stylisch. „Lange Zeit war Mode ein schwieriges Thema für mich, weil es nicht einfach für mich ist, Outfits zu finden, die mir passen. Es war und ist ein langer Prozess, aber mittlerweile hilft mir Mode, meinen Körper mehr zu lieben, mich anzunehmen und mich wohler zu fühlen“, so Kübra Sekin in einem Interview mit dem feministischen Missy Magazine 2019.

 

Ihr Studium der Heilpädagogik hat Kübra Sekin aufgegeben, seit 2012 ist sie freischaffende Schauspielerin und Künstlerin. U. a. am Schauspielhaus Bochum. Zuletzt war sie u. a. an der Comedia in Köln in dem Stück „Wegklatschen“ zu sehen. Als Tanz-Performerin war Kübra Sekin zuletzt im März und Mai 2022 in Wien und Berlin auf der Bühne. Sie war als Teil der queer-feministischen Berliner Chicks* freies performancekollektiv eine der Tanzenden im interaktiven Theaterformat „Deep Dancing“. Ab Sommer 2022 wird Kübra Sekin in der neuen ZDFneo Comedy-Serie „Ruby“ in vier Folgen als Petra Witek im Hauptcast zu sehen sein. Die Serie ist eine Adaption der britischen Sitcom „Miranda“. (Foto: „einfach Mensch“ ZDF)

 

Online: www.kuebrasekin.de