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Schmetterlinge im Bauch

 

 

 

 

 

 

Interview

 

Madison Violet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

weird: 2017 ist für euch ein Jahr, in dem ihr sehr beschäftigt seid, so sagt ihr selbst. Ihr seid einmal mehr von Kanada bis Großbritannien, Europa und Australien auf Tour. Seid ihr zwei allein auf Tour oder gemeinsam mit Band?

 

Lisa | Madison Violet: Wir haben uns dazu entschieden, es herunterzufahren auf uns zwei, damit es für die Dauer unserer „Knight Sessions“ Album-Tour akustisch bleibt. So haben wir begonnen Songs zu schreiben und unsere Fans haben sich das in den vergangenen letzten Jahren gewünscht. Plus, im Tour-Van ist so viel mehr Platz zum Schlafen!

 

 

weird: Ihr startet eure Deutschland-Tour Ende März 2017 und werdet am 6.4.17 in Bielefeld spielen. Ihr seid nicht zum ersten Mal in Deutschland, aber ist es euer erstes Mal in Bielefeld?

 

Brenley | Madison Violet: Nein, es ist ganz bestimmt nicht unser erstes Mal in Deutschland. Wir kommen nun schon seit fast einem Jahrzehnt. In Bielefeld haben wir im November 2007 gespielt als wir mit Runrig auf Tour waren. Damals hießen wir Madviolet. Es ist schön jetzt als Madison Violet zurückzukehren.

 

 

weird: Wie fühlt es sich für euch an, wenn ihr an neue Orte kommt, vielleicht auch im Vergleich dazu, wenn ihr an euch vertraute Locations zurückkommt?

 

Lisa | Madison Violet: Beides ist aufregend, aber auf unterschiedliche Weise. Wenn wir in einer neuen Stadt sind, ist es aufregend die besten Coffee Shops zu suchen, die hübschesten Bäche und Flüsse (für Brenley zum Laufen), die coolste Architektur, Museen, die Altstadt (obwohl all eure Klein- und Großstädte viel älter sind als unsere in Kanada!) Es ist für uns immer ein neues Abenteuer. Aber wenn wir an Orte zurückkehren, an denen wir schon waren, haben wir manchmal Schmetterlinge im Bauch, weil wir uns an etwas Besonderes aus dieser Stadt erinnern; wie ein wunderbares Essen, oder ein Fan, der nach der Show zu uns kam und uns erzählte wie unser Song ihn und sein Leben beeinflusst hat, oder einfach nur ein Hotel mit einem außerordentlich bequemen Bett. Es braucht nicht viel, um uns glücklich zu machen. Wir sind einfach dankbar dafür, dass wir Musik machen können.

 

 

weird: Was mögt ihr an Deutschland und den Fans hier?

 

Brendley: Wir lieben es, dass die Fans unglaublich loyal sind. Wir sehen Nacht für Nacht, Tour für Tour uns bekannte Gesichter. Das ist wirklich besonders. Und sie erinnern sich an Dinge, die uns betreffen. Die kleinen Dinge, die uns wichtig sind. Und sie singen mit, wenn wir sie darum bitten. (Und manchmal, wenn wir sie nicht darum bitten!) Außerdem lieben wir das Essen. Es ist herzhaft. In Deutschland sind wir auf der Tour niemals hungrig.

 

 

weird: Eure jetzige Deutschland-Tour 2017 ist eine Akustik-Tour. Worin unterscheidet sich das für euch persönlich von einer full-plugged Tour?

 

Lisa | Madison Violet: Wir finden, dass wir mit dem Publikum besser connectet sind, wenn wir es auf eine Akustik-Show reduzieren. In unseren Songs geht es nicht nur um Melodie und Grooves, es geht um die Texte. Und für uns ist es wichtig, dass das Publikum die Message in dem Song hört. Außerdem bringt es uns zurück zu den Anfängen. Die Art und Weise wie wir angefangen haben Songs zu schreiben. Und die Art und Weise wie wir für uns typisch all unsere Songs schreiben. Keine Schellen, kein Pfeifen. Nur wir. Glücklicherweise sind wir beide Multi-Intrumentalistinnen, weshalb es mehr als nur eine Gitarre und eine Stimme gibt, wenn wir es wollen. Wir haben mehr Strings auf Tour als wir zählen können.

 

 

weird: U. a. werdet ihr auf eurer jetzigen Deutschland-Tour 2017 euer wunderschönes aktuelles Album „The Knight Sessions“, das in Deutschland im September 2016 veröffentlicht wurde, promoten. Die Songs darauf sind zur Hälfte akustisch, zur Hälfte plugged. Wie kam es zu dem Konzept?

 

Brenley | Madison Violet: Wir wollten, dass die Leute die Emotion der Texte des Albums fühlen. Und wir hatten das Gefühl, dass die Songs stark genug sind, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Das Ziel von Songwriter_innen, zumindest für uns, ist es, Songs zu schreiben, die mit Schlagzeug, Bass und elektronischen Elementen genauso kraftvoll sein können wie mit einfach nur 2 Stimmen und einer Gitarre.

 

 

weird: Nicht gerade auf „The Knight Sessions“, aber viele eurer anderen Songs haben weibliche Vornamen als Titel wie z. B. „Scarlet“, „Christy Ellen Francis“ (ich weiß, Brenley, dass der Song nach deiner Großmutter benannt ist), „Lauralee“, „Emily“ oder „Cindy Cindy“. Passiert das eher zufällig oder gewollt oder wie sonst sucht ihr eure Songtitel aus?

 

Lisa | Madison Violet: In Nashville gibt es eine Schreibtechnik, bei der Songwriter_innen mit Seiten von Songtiteln in einen Raum kommen. Manchmal inspiriert dich das zum Schreiben. Manchmal nicht. Aber wir schreiben nicht so. Wir beginnen selten mit dem Titel. Wir beginnen mit einem Gitarrenlick oder einer Geschichte. Und der Titel kommt anschließend. Die meisten unserer Songtitel, die Namen in sich tragen, handeln buchstäblich von Menschen aus unserem Leben. Ich denke starke Frauen inspirieren uns! Christy Ellen Francis handelt von Brenleys 100 Jahre alten Großmutter. Lauralee handelt von einem Mädchen, das ich einst in meinem Heimatort kannte. Emily war vom Hurrikan Emily inspiriert, aber erzählt von der Stimme einer Frau.

 

 

weird: Ihr seid beide offen lesbisch. In dem Song „How We See Love“, der auch auf eurem aktuellen Album „The Knight Sessions“ zu hören ist, sagt ihr „If I could just love who I love with no judgement / it starts in the hearts of our sons and our daughters“. Wie erlebt ihr selbst dieses „judgement“, sprich diese öffentliche Be-/Verurteilung dessen, wen man liebt.

 

Brenley | Madison Violet: Als Songwriterinnen gesehen, möchten wir die Universalität der menschlichen Erfahrung ansprechen. Wir, wie viele offen lebende gay people, hatten unseren Teil der Kämpfe, angefangen dabei, dass uns gesagt wurde, dass wir ‚keine Karriere machen würden, wenn wir uns outen‘ bis hin, dass uns Schimpfwörter auf der Straßen nachgeworfen wurden. Aber wir blicken auf eine positive Zukunft. Als Kanadierinnen haben wir das Glück in einem sehr progressiven Land zu leben, mit einer liberalen, fortschrittlich denkenden Regierung. Es ist zu hoffen, dass wir uns alle in positiver Weise vorwärtsbewegen, alle zusammen.

 

 

weird: Ihr habt euch 1999 kennen gelernt. In zwei Jahren habt ihr also 20-jähriges Jubiläum. Werdet ihr das feiern?

 

Lisa | Madison Violet: Wow … 20 Jahre. Das ist eine lange Zeit für eine Band. Danke für die Erinnerung! Ich denke, wir haben noch nicht wirklich viel darüber nachgedacht. Wir werden vermutlich das tun, was wir immer tun, und zwar auf eine lange Tour rund um die Welt gehen, aber durchsetzt mit etwas gemeinsamer Urlaubszeit mit unseren Partnerinnen. Vielleicht steht ein „Best Of Madison Violet“-Album auf dem Plan?

 

 

weird: Was denkt ihr, warum ihr zwei so gut zusammen harmoniert? Und in welchen Aspekten der Musik und des Lebens seid ihr zwei unterschiedlich oder gegensätzlich?

 

Brenley | Madison Violet: Ich denke, wir haben einfach nur Glück gehabt. Uns wurde gesagt, wir würden wie Geschwister klingen, was ein großes Kompliment ist. Für uns war es immer leicht mit einander zu harmonieren. Gleich von Beginn an. Unsere Stimmen schmeicheln einander, und das obwohl sie sehr unterschiedlich sind.

 

Lisa | Madison Violet: Im Leben sind wir uns in einiger Hinsicht ziemlich ähnlich, und sehr unterschiedlich auf andere Weise. Wir sind beide Sternzeichen Waage, geboren eine Woche auseinander, und leben wie ein Paar Waagschalen. Wenn einer von uns etwas passiert, balanciert die andere es aus. Und das haben wir immer so gemacht. Vermutlich ist es das, warum wir nach all den Jahren immer noch zusammen spielen.

 

 

weird: Brenley, was gefällt dir an Lisa als Musikerin am besten?

 

Brenley | Madison Violet: Mir gefällt, dass Lisa superschnell Harmonien kreieren und lernen kann und sich ständig selbst herausfordert.

 

 

weird: Lisa, was gefällt dir an Brenley als Musikerin am besten?

 

Lisa | Madison Violet: Mir gefällt, dass Brenley Risiken eingeht und keine Angst davor hat, Dinge zu verändern um Dinge neu zu machen. Sie ist so viel mutiger und offener als ich, wenn es um alternative Sounds und Intonierungen geht.

 

 

 

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (3/2017)

Fotos: Ivan Otis

Brenley MacEachern (Gesang, Gitarre u. a., Foto oben, rechts) und Lisa MacIsaac (Gesang, Geige u. a.) bilden das so wunderbare kanadische Roots-Folk-Duo Madison Violet. Brenley und Lisa sind beide offen lesbisch. Kennen gelernt haben sich die beiden Sängerinnen, Songschreiberinnen und Multiinstrumentalistinnen 1999 in einem Restaurant und machen seither gemeinsam Musik - zunächst als Madviolet später als Madison Violet. Nach ihrem fünften bzw. sechsten Studioalbum „Year Of The Horse“ (2014) erschien im September 2016 ihr wunderschönes halb-akustisches halb-plugged Album „The Knight Sessions“. Seit fast einem Jahrzehnt touren sie als Madison Violet durch die ganze Welt. U. a. waren Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac 2012 auch beim großen lesbischen L-Beach Festival am Weissenhäuser Strand. Erst im Herbst 2016 waren Madison Violet einmal mehr in Deutschland, jetzt setzen sie seit Ende März 2017 ihre Tour fort. Im Rahmen der Akustik-Tour treten sie am 6.4.17 zum zweiten Mal in ihrer Karriere, aber erstmals als Mainact Madison Violet in Bielefeld auf.

 

weird sprach im aktuellen Interview mit Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac über ihr „The Knight Sessions“-Album, ihre Liebe zu Deutschland und den Fans hier, über Frauennamensongtitel, über ihr baldiges 20-jähriges Jubiläum, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede und das Geheimnis ihrer langjährigen kongenialen musikalischen Verbindung.

 

 

Online: www.madisonviolet.com

 

 

 

 

Live:

6.4.17, 20.30 Uhr, Bunker Ulmenwall, Bielefeld

 

 

 

Madison Violet

„The Knight Sessions“

(IMG/Bik Lake Musik/Rough Trade)

Out: 30.9.16

Single: „We Are Famous“

 

Ausgabe Nr. 114

April 2017

Out Duo Madison Violet | Live 6.4.17 Bunker Ulmenwall, Bielefeld

Interview-Steckbrief

- in eigenen Worten -

 

 

Name: Lisa MacIsaac

(Foto oben, rechts)

Alter: Alt genug!

Beruf: Singer-Songwriterin

Wohnort: Toronto, Ontario, Kanada

Meine weirdeste Eigenschaft: Ich bin schrecklich vergesslich. Ich kann mitten in einem Streit sein und mich nicht daran erinnern, warum ich sauer war. Für die andere Person ist das immer ein Sieg.

 

 

Name: Brenley MacEachern (Foto oben, links)

Alter: Immer noch nicht alt genug!

Beruf: Singer-Songwriterin

Wohnort: Toronto, Ontario, Kanada

Meine weirdeste Eigenschaft: Ich habe die Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens.

 

 

 

 

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