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Aktivismus_Musik

 

 

 

 

 

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Interviewrückblick von 6/2015

 

Kumbia Queers

2007-2017 - 10 Jahre Kumbia Queers - Live auf Tour im August 2017 in Deutschland

 

 

 

 

 

 

 

weird: Euer neues Album „Canta y no llores“ erschien im Juni 2015. Eure langjährige Sängerin geht Ali Gua Gua jetzt Solowege. Was hat sich ohne sie innerhalb der Band und der Musik verändert?

 

Juana: Dieses neue Album ist politischer, kämpferischer, vielfältiger und punkiger.

 

Pat: Alles verändert sich ständig. Glücklicherweise sind wir offen und positive neuen Situationen gegenüber, auch wenn wir immer noch vermissen, was vorbeizieht.

 

 

weird: Ihr wart schon mehrfach in Europa. Im Juli 2015 einmal mehr, auch in Deutschland. Habt ihr eine spezielle Fan-Base in Deutschland? Was ist besonders an euren deutschen Fans?

 

Juana: Wir lieben die Diversität unseres deutschen Publikums und die Weise, wie sie sich hingeben, um zu feiern. Wir haben eine spezielle Verbindung zu Berlin, Bremen, Köln, Leipzig und Hamburg. Wir fühlen uns wie Zuhause. Das ist unser Zuhause.

 

 

weird: Wie werden eure neuen Liveshows aussehen?

 

Juana: Wir werden punkiger, roher, und die Party geht weiter.

 

Pat: Tropi Punk+ raw power! Macht euch bereit!

 

 

weird: „Canta y no llores“, zu Deutsch „Sing und weine nicht“. Was bedeutet für euch Musik machen?

 

Juana: Musik gelangt in dich durch die Füße, wandert zum Herzen und erreicht den Kopf. Es ist die allerschönste Sprache und sie ist universell.

 

 

weird: Mit Kumbia Queers seid ihr nicht nur Musikerinnen, ihr setzt euch u. a. vor allem für queere und Frauenrechte ein und kämpft gegen LGBTI-Diskriminierung und Sexismus, für Selbstbestimmung. Wie kamt ihr zum Aktivismus?

 

Juana: Wir reagieren auf Ungerechtigkeit jeglicher Art, solange ich mich erinnern kann. Wir kommen aus der dritten Welt und es gibt hier viel zu tun.

 

Pat: Ich würde sagen, wir stehen für eine Haltung, die die Möglichkeiten von Individuen verteidigt, sein zu dürfen, was und wie sie wollen. Wir sind gegen jegliche Form der Diskriminierung und sorgen uns um eine große Bandbreite an Themen, die in unserer Umgebung stattfinden, auch abseits von denen, die du nanntest. Wir haben viel Armut, wohnungslose Menschen, schlimme Unternehmen wie Monsanto, die die Erde vergiften, etc.

 

 

weird: Wie ist es heute LGBTI zu sein in Buenos Aires?

 

Juana: Wir haben sehr moderne Gesetze (Gender, Ehe), aber alle 30 Stunden geschieht in Argentinien ein Mord an einer Frau.

 

Pat: Wie Juana sagt, es gab einen großen Fortschritt, was gleich*geschlechtliche Ehe betrifft, und Argentinien gilt als eines der progressivsten Länder, wenn es um bestehende Geschlechtsidentitätsgesetze geht, aber es gibt immer noch viel zu tun in Bezug auf sexuelle Bildung und die Ansichten der Leute zu verändern hin zu einer respektvolleren Form des Lebens in unserem alltäglichen Leben.

 

 

weird: Eheöffnung, ein Gesetz die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität betreffend gibt es in Argentinien seit einigen Jahren, während wir in Deutschland immer noch darum kämpfen. Was ist das nächste auf der „LGBTI-Agenda“?

 

Juana: Unabhängig von den Gesetzen gibt es in Argentinien und viel Machismus, die Schulen unterrichten keine Diversity und Abtreibung ist immer noch illegal.

 

Pat: Es geht jetzt darum, die Gesetze zu nutzen und sie in die Praxis umzusetzen, andere zu respektieren und Respekt einzufordern. Es bedarf einer kompletten Veränderung in jeder_m auf einem Weg einer gleichberechtigen Gesellschaft zu gehen. Tag für Tag, von kleinen Handlungen zu richtigen Veränderungen.

 

 

weird: Warum glaubt ihr ging die Entwicklung in den letzten Jahren so relativ schnell nach mehr als 20 Jahren Kampf für LGBTI-Rechte?

 

Juana: In den letzten zehn Jahren gab es Erfolge Rechte anzugleichen und es war einfacher die Ehe für homosexuelle Paare zu öffnen als Armut zu beenden, aber es musste irgendwo anfangen.

 

Pat: Ja, jetzt benötigen wir das Recht auf Abtreibung, um das Ausmaß der armen Frauen, die bei heimlichen Abtreibungspraktiken sterben, zu stoppen, weil sie es sich eine sichere Abtreibung in einer teuren Klinik nicht leisten können. In Argentinien haben wir freie öffentliche Gesundheitsversorgung für alle, die sie benötigen. Wenn eine Frau also die Entscheidung für eine Abtreibung trifft, sollte sie unter die Versorgung eines öffentlichen Krankenhauses fallen, damit sie sicher ist.

 

 

weird: Abtreibung ist - bis auf bestimmte Ausnahmefälle - bis heute illegal. LGBTI-Belange zu verändern in Argentinien sei einfacher als Abtreibung zu legalisieren. Wo seht ihr die Gründe?

 

Juana: Ich denke, es hat mit der katholischen Kirche zu tun. Seit der Vatikan den argentinischen Papst gewählt hat, sind wir weiter denn je entfernt von legaler Abtreibung. Wir verlieren die Hoffnung nicht. Abtreibung ist eine Entscheidung von Frauen.

 

 

weird: Wie lebt ihr in Buenos Aires?

 

Juana: Wir leben zeitweise in Buenos Aires, weil wir viel reisen. Wenn wir zu Hause sind, bin ich glücklich mit meiner Freundin und meiner Familie.

 

Pat: Ich lebe in Buenos Aires mit meinem Freund, zwei Katzen und den Büchern meines Leitartikels Alcohol y fotocopias.

 

 

weird: Identifiziert ihr euch selbst als queer?

 

Juana: Ich identifiziere mich als kumbia queer.

 

Pat: Wenn die Leute das lesen, ist es ok, wenn sie mich als kumbia queer identifizieren. Ja!

 

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (6/2015)

„Canta y no llores“, „Sing, und weine nicht“, so heißt das neue Album der fünf argentinischen Indie-Musikerinnen, das sie Ende Juni 2015 veröffentlichten. Während die ehemalige Frontfrau Ali Gua Gua solo weitermachte, übernahm Juana Chang alleinig den Leadgesang und spielt außerdem die Charango. Ansonsten bleiben die Kumbia Queers weiterhin in gewohnter Besetzung mit Flor Linyera am Keyboard, Pat Combat Rocker am Bass, Inesphektor am Schlagzeug und Pila Zombie an der Gitarre. Kumbia Queers interpretieren seit 2007 die südamerikanische männerdominierte Cumbia neu. Queer, feministisch, 1000 % Tropipunk, sagen sie selbst.

 

weird sprach im Interview 2015 mit Kumbia Queers Sängerin Juana Chang und Bassistin Pat Combat Rocker über ihr damals neues Album, ihre damalige Tour durch Deutschland im Juli 2015, LGBTI-Rechte in Argentinien, Veränderungen und warum Abtreibung in Argentinien immer noch nicht legalisiert ist. 2017 feiert die queere argentinische Band 10-jähriges Jubiläum. Um das zu feiern, sind Kumbia Queers im Sommer 2017 einmal mehr in Europa auf Tour und dabei auch zu Konzerten in Deutschland.

 

 

Online: www.kumbiaqueers.com.ar

 

 

 

 

Kumbia Queers

„Canta y no llores“ (Horario Invertido)

Out: seit 23.6.15

Single: „Contraindicaciones“

 

 

 

Deutschlandkonzerte 2017:

 

25.7.17 Berlin

26.7.17 Düsseldorf

1.8.17 Bremen

2.8.17 Kiel

8.8.17 Hamburg

9.8.17 Köln

15.8.17 Freiburg (Wiesbaden entfällt!)

18.8.17 Darmstadt

19.8.17 Leipzig

 

Interview-Steckbrief

- in eigenen Worten 2015(!) -

 

 

Name: Juana Chang

Alter: 36

Beruf: Musikerin

Wohnort: Buenos Aires und Airport Lobbies

Meine weirdeste Eigenschaft: Guitar Antihero

 

 

Name: Pat Combat Rocker

Alter: 51

Beruf: none

Wohnort: Zuhause ist, wo meine Liebe, meine Band und meine Katzen sind.

Meine weirdeste Eigenschaft: Ich mag kein Bier!!!!

Ausgabe Nr. 118

August 2017

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