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Vita

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In meiner rohen Form

 

 

 

 

 

 

Interview

Torii Wolf

Interview: Christine Stonat (12/2017)

Fotos: Amanda & Jaxon Demme (links und unten rechts)

 

 

 

 

 

 

weird: Dein erstes Soloalbum „Flow Riiot“ erschien Ende September 2017. Wie hast du die Arbeit an dem Album erlebt?

 

Torii Wolf: Dieses Album zu kreieren war eine unglaubliche Erfahrung. Sehr teuer und fresh. Wir haben unseren Geist vereinigt, um ein schönes offenes Flugzeug zu finden, dass sich vertraut und komfortabel anfühlt und ungechartert zur selben Zeit.

 

 

weird: Du bist Sänger_in, Songschreiber_in, Gitarrist_in, Drummer_in. Auf deinem Album hast du mit DJ Premier zusammengearbeitet und auch mit Künstlern wie Macklemore. Wie bist du in Berührung mit Electro und HipHop gekommen?

 

Torii Wolf: Mein Manager Ian Schwartzman hatte die Idee mich und DJ Premier zusammenzubringen und zu sehen, wie unsere Stile vermischt klingen würden. Unser Prozess war sehr natürlich. DJ Premier und ich verstehen uns auf verschiedenen Ebenen, was unseren kreativen Fluss hochfrequent macht.

 

 

weird: Du warst die_r erste Künstler_in, die_r, die vom 2017 neu gegründeten Plattenlabel TTT (To The Top) von DJ Premier unter Vertrag genommen wurde. Wie besonders war das für dich?

 

Torii Wolf: Die_r erste Künstler_in zu sein, die_r bei TTT gesignt wurde, war das Besonderste. So ein Ehre mit solch einer geschlossenen Gruppe von unglaublichen Leuten zu arbeiten, die für die wahre Sache dabei sind. Die Art des Ausdrucks und der Emotion und vor allem das FÜHLEN.

 

 

weird: Du hast bereits 2016 mit DJ Premier für deine erste Single „1st“ zusammengearbeitet. Wie kam es zu der Zusammenarbeit damals?

 

Torii Wolf: Mein Manager Ian Schwartzman hatte die Idee mich und DJ Premier zusammenzubringen für eine ganz neu Kollaboration. Einhergehend mit einer völlig neuen Sounderfahrung. Das war exakt das, was es war. Eine völlig neue beispiellose Erfahrung in der Entstehung und dem Ergebnis dessen, was wir erschaffen haben und weiterhin erschaffen werden! Ich bin sehr dankbar eine so starke Verbindung zu haben zu jemandem, der aus einer ganz anderen Welt kommt.

 

 

weird: Der letzte Song „Moscow“ deines Debutalbums (einschließlich des neuen Videos) ist ein akustischer Singer/Songwriter Song. Und der zeigt die ganze Intensität deiner Musik, die so fragil und kraftvoll zur selben Zeit zu sein scheint. Wie wichtig ist der Song für dich, vielleicht auch im Kontrast zu den anderen Songs des Albums, und warum hast du dich entschieden ihn als den einzigen Akustiksong mit aufs Album zu nehmen?

 

Torri Wolf: Dieser Song ist für mich ganz besonders. Ich bin so glücklich, dass wir uns entschieden haben, ihn aufs Album zu nehmen. Ich glaube, dass er wirklich mich in meiner rohen Form zeigt. Wir verlassen immer etwas auf dieselbe Weise wie wir reingekommen sind. Mein Vater hat mir einmal, als ich zu der Zeit niedergeschlagen wegen einer Beziehung war, erklärt, dass ich mir keine Sorgen machen muss, weil ich aus guter Liebe komme, so dass ich mir niemals Sorgen machen muss und es mir gut gehen wird. Viele der Songs, die ich schreibe, haben eine eher düstere, leidvolle oder sexuelle Tönung. „Moscow“ hat viel mehr zu tun mit purer Liebe. Einen Platz bereithalten für die, die du liebst. Ein_e Krieger_in des Lichts sein.

 

 

weird: Wie schreibst du deine Songs? Beginnst du sie auf deiner Gitarre oder ist es eine erste Melodie, die du im Kopf hast, oder sind es Wörter oder erste Textzeilen oder ist es ganz anders …?

 

Torri Wolf: Ich tendiere definitiv dazu, zuerst eine Melodie zu haben gemeinsam mit einem Textkonzept, und von da dem Song die volle Form zu geben, in dem ich ihn lebe und Leben in ihn hineinhauche und er sich ständig verändert. Der Song geht durch die Pubertät.

 

 

weird: Deine Arbeit ist sehr emotional. Unter anderem geht es darin um Liebe, Lust, Schmerz, Kampf, Identität. Wie emotional es ist, lässt sich in deiner sehr besonderen Stimme und die Art, wie du singst und performst, erkennen, ebenso wie in deinen Videos. Ist deine Musik ein Ventil für deine Emotionen oder Heiler_in oder beides oder …?

 

Torii Wolf: Meine Songs sind verschlossene Kapseln. In den meisten Fällen singe ich aus meiner eigenen Perspektive von den Erfahrungen anderer Leute. Also dienen sie als Ventil und auch als Heiler_innen für alle von uns solange wir bereit sind, uns dem zu widmen.

 

 

weird: Eine Statement zu deiner Single „Free“ zu folge, identifizierst du dich selbst als genderfluid!? In deinen Videos bist du häufig selbst zu sehen in Interaktion mit Frauen (oder Menschen, die als Frauen gelesen werden können). In wie fern ist deine Musik ein queeres Statement?

 

Torii Wolf: Ich möchte einen Safe Space für Leute schaffen, in dem sie sich frei fühlen können, ihre Liebeserfahrungen miteinander zu teilen. Ich glaube, das wirkliche Hinter den Kulissen von Liebenden sollte viel öfter gezeigt werden, und ich fühle mich inspiriert, Teil dieser Entstehung zu sein.

 

 

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (12/2017)

Fotos: Amanda & Jaxon Demme (links und unten rechts)

Torii Wolfs Debutalbum „Flow Riiot“ (TTT) erschien im September 2017 und ist eine spannende Mischung aus Singer/Songwriter_in Sound, Electro und HipHop. Neben dem musikalischen Partner DJ Premier arbeitete Torii Wolf darauf u. a. auch mit HipHop-Star Macklemor. Torii Wolf kommt aus Los Angeles und ist genderfluid und queer. In vielen ihrer eindringlichen Videos zu ihren sehr emotionalen, fragilen wie kraftvollen düsteren, leidvollen Songs um Liebe, Lust und Identität interagiert sie mit Frauen bzw. Menschen, die als Frauen gelesen werden. weird sprach im aktuellen Interview mit Torii Wolf über Wolfs Debutalbum, das verschmelzen von Musikstilen, Musik als queeres Statement und mehr.

 

Online: toriiwolf.com

 

 

Torii Wolf

„Flow Riiot“ (TTT)

Out: seit September 2017

Single: „Free“

 

Interview-Steckbrief

- in eigenen Worten -

 

Name: Torii Wolf

Alter: immortal

Beruf: messenger

Wohnort: omnipresent

Meine weirdeste Eigenschaft: my human body

 

 

 

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Foto: Amanda & Jaxon Demme

Ausgabe Nr. 123

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