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Coming-out

 

Am 11.10. ist der Internationale Coming-out-Tag. Coming-out kurz für coming out of the closet. Zu Deutsch: aus dem Schrank kommen. Sich nicht verstecken. Sein lesbisch, bi, trans*, queer, inter*, non-binary, asexuell etc. sein nicht verstecken vor anderen, aber auch vor sich. Die Annahme, es würde sich versteckt und zugleich den Grund dafür, liefert eine zutiefst heteronormative Gesellschaft, in der Heterosexualität und cis und nicht-inter* sein als Norm gelten und alles andere als minderwertige Abweichung, die je nach Land weltweit mal mehr mal weniger diskriminiert und gewaltvoll verfolgt wird. LGBTIQA Menschen und ihre Menschenrecht sind aber nicht verhandelbar. Besonders wichtig dafür zu kämpfen in Zeiten, in dem Na zis deutschland-, europa- und weltweit zunehmend an Macht gewinnen und mehr Druck ausüben, was Hass und Gewalt weiter den Boden bereitet. Das heißt, von der nahezu utopisch wirkenden Vorstellung, LGBTIQA Menschen müssten sich in Zukunft vielleicht gar nicht mehr outen, weil es keine Heteronorm mehr gibt, scheinen wir - trotz Eheöffnung seit dem 1.10.17 in Deutschland - weit entfernt. Während eine Vielzahl der Menschen offen für mehr Offenheit und Veränderungen zu sein scheint, gibt es nicht nur zunehmend mehr Hass und Gewalt, sondern es gibt auch noch zu viel allgegenwärtige Heteronormativität von der Kita über Schulbücher und Studieninhalte, Arbeitsverhältnisse, Medizin, Sport, Medien, Politik etc.

 

D. h. ein Coming-out wird sich für LGBTIQA bei entsprechenden gesellschaftlichen Verhältnissen in irgendeinem oder auch mehreren Bereichen immer irgendwie ergeben, ob gewollt oder ungewollt. Und es wird wichtig sein. Wichtig sein für die Sichtbarkeit. Wichtig für die eigene Identität und Positionierung. Wichtig im Kampf gegen Heteronormativität, für Gleichstellung. Für viele scheint es als sei das Coming-out dabei bloß ein einmaliger Zeitpunkt. Manchmal ist er das. Z. B., wenn sich Menschen das erste Mal öffentlich outen, z. B. Prominente in einem Interview oder in sozialen Netzwerken. Doch dem voran gingen oft bereits weitere Coming-outs. Und es folgen viele weitere. Im Privaten, bei der Arbeit, auch öffentlich. Bei jeder neuen Begegnung mit einem unbekannten Menschen in heteronormativen Räumen kommt es immer wieder je nach Situation zu einem in der Situation In-the-closet-sein oder einem Coming-out. Bin ich out, wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe und nicht gerade ein T-Shirt mit der Aufschrift „Nobody knows I‘m a lesbian“ oder „Queer unicorn“ trage? Wer mich nicht kennt, weiß nicht, dass ich queer bin; solange bis ich es sage. Jedes Mal wieder neu. Ich bin queer!

 

(TS)

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