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Sexismus in Deutschland

1 Jahr #aufschrei

 

In der Nacht vom 24. auf den 25.1.13 ging ein „Aufschrei“ durch Deutschland. Im Social Network Twitter hatten Tausende Frauen ihre Erlebnisse mit alltäglichem Sexismus und alltäglichen sexuellen Belästigungen in den bei Twitter dafür vorgesehenen 140 Zeichen formuliert. Ausgegangen war die Aktion von ersten Tweets der feministischen Kulturjournalistin und Bloggerin Nicole von Horst, Twittername @vonhorst. Die Frankfurterin hatte gegen 0 Uhr begonnen auf Twitter eine persönliche Erfahrung nach der anderen zu schildern. Dem voraus stand ein Blogbeitrag der Bloggerin Yasmina Banaszczuk, Twittername @FrDingens, vom 24.1.13 mit selbiger Thematik. Schnell wurden weitere Frauen darauf aufmerksam. Eine der ersten in der Nacht gemeinsam mit Studentin und Piratin Jasna Strick, Twittername @Faserpiratin, war Anne Wizorek (Twittername @marthadear). Die frei Berliner Beraterin für Online-Kommunikation und digitale Strategien schlug für weitere Twitter-Tweets „#aufschrei“ als einen so genannten Hashtag vor. Es gab in den nächsten Tagen zehntausende Tweets, zudem internationale Tweets mit den Hashtags #outcry und #assez. Es hatte sich eine Riesenwelle entwickelt, die über Nacht die ganze Wichtigkeit der Thematik Sexismus überdeutlich machte. #aufschrei fand auch viele männliche Unterstützer. Aber auch viele Kritiker_innen, die vehement die Rechte von Männern zu verteidigen suchten und oftmals aber an der eigentlichen Problematik vorbei diskutierten, häufig dabei beleidigend und diskriminierend wurden und so nicht nur eine weitere Facette des Sexismus‘ aufzeigten, sondern auch wie schutzlos vonseiten der Gesetzgebung Frauen, besonders im Internet, persönlichen An- und Übergriffen ausgesetzt sind.

 

Die „#aufschrei-Nacht“ hatte bereits in den darauffolgenden Tagen eine große Diskussion in der Gesellschaft losgetreten, weiter angeheizt durch die durch die Stern-Journalistin Laura Himmelreich benannte sexistische „Dirndl“-Äußerung des FDP-Politikers Brüderle. Fernsehen wie Zeitungen berichteten zum Thema Alltagsexismus in Deutschland, machten Talkshows, Interviews, Bestandsaufnahmen, ließen Frauen von ihren Erfahrungen berichten. Im Juni 2013 wurde #aufschrei mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Stellvertretend nahmen Jasna Strick, Anne Wizorek, Nicole von Horst und Kathy Meßmer den Preis in Köln entgegen. In der Zwischenzeit hielten die Frauen zahlreiche Vorträge, teilten ihre Erfahrungen, schrieben ein Buch „Ich bin kein Sexist, aber …“ (Orlanda Verlag), bloggten, trieben weitere Projekte gegen Alltagssexismus voran, ebenso gegen Hasskommentare und Hater im Internet. Heute, ein Jahr danach, stehen die Feministinnen und #aufschrei wieder im Fokus der Medien. (Text: TS)

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2017 (Seite 1) - 2009 (Seite 8)

1994 - 2014

20 Jahre CSD Bielefeld

 

2014, im Jahr des 800-jährigen Stadtjubiläums, feiert Bielefeld am 19. Juli 20 Jahre Christopher Street Day (CSD). Bielefelds erster Christopher Street Day wurde 1994 unter dem Motto „Lesben und Schwule gegen heterosexuelle Ignoranz“ (Foto) von der damaligen Schwullesbischen Aktionsgruppe Bielefeld organisiert. Das gab jetzt das Netzwerk lesbischer und schwuler Gruppen in Bielefeld bekannt. Das Netzwerk veranstaltet den CSD Bielefeld seit mehreren Jahren gemeinsam mit weiteren ehrenamtlichen Helfer_innen. Auch 2014 wird es eine Parade durch die Bielefelder Innenstadt, ein Straßenfest auf dem Siegfriedplatz, eine anschließende Party sowie vorausgehende Kulturwoche mit historischen Ein- und Rückblicken aus 20 Jahren CSD und 800 Jahren Stadt Bielefeld geben. Motto des CSD Bielefeld 2014: „Wir können auch anders - 800 Jahre lesbisch, schwul, bi, trans*, inter* und asexuell in Bielefeld“. (Foto: Quelle www.csd-bielefeld.de)

Gegen Gewalt an Frauen

One Billion Rising Bielefeld 2014

 

Am 14.2.14 fand zum zweiten Mal die weltweite Aktion „One Billion Rising“ statt. One Billion Rising ist eine Tanzdemonstration, die sich gegen Gewalt an Frauen richtet. In rund 170 Ländern auf sechs Kontinenten erheben sich Frauen und sagen Nein und Stop zur Gewalt. In Deutschland ist jede dritte bis vierte Frau in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Die häufigste Gewalt geht dabei von Beziehungspartnern aus, so Beatrice Tappmeier vom Feministischen Netzwerk Bielefeld in ihrer Kundgebungsrede. In Bielefeld erhoben sich von 17 bis 18 Uhr rund 200 Teilnehmer_innen zunächst auf dem Alten Markt und ein weiteres Mal auf dem Jahnplatz (Foto). In diesem Jahr erstmals organisiert vom Feministischen Netzwerk Bielefeld und der Gleichstellungsstelle der Stadt. (Foto: Christine Stonat)

 

Mehr zum Hintergrund von und auch zur Kritik an One Billion Rising s. diese Archiv Ausgabe Nr. 76 Februar 2014 „Mitte“

Fotos und Dokumente gesucht

1994-2014: 20 Jahre CSD Bielefeld

 

Der CSD Bielefeld feiert 2014 sein 20-jähriges Jubiläum - Parade und Straßenfest 19.7.14). Angelehnt an das 800-jährige Stadtjubiläum Bielefelds 2014 lautet das CSD Bielefeld Motto in diesem Jahr: „Wir können auch anders. 800 Jahre lesbisch, schwul, bi, trans*, queer, inter* und asexuell in Bielefeld“

 

Die Veranstalter_innen vom Netzwerk lesbischer und schwuler Gruppen in Bielefeld suchen alte Fotos, Plakate, Handzettel, Dokumente, Zeitungsartikel etc. von 1994, besonders aus den Anfangsjahren, über die Zeit Anfang 2000, in der der CSD für einige Jahre CSD OWL hieß, bis heute. Durchstöbert eure Fotokisten und macht mit! Alte Fundstücke als digitale Kopie per E-Mail an info@csd-bielefeld.de oder ans Netzwerk lesbischer und schwuler Gruppen in Bielefeld e.V. c/o AIDS-Hilfe Bielefeld, Ehlentruper Weg 45a, 33604 Bielefeld. www.csd-bielefeld.de (Foto: Programmtitelseite CSD Bielefeld 1999)

1. Bielefelder Frauenpreis verliehen

Dr. Angelika Vogel, AIDS-Hilfe Bielefeld

 

Der 1. Bielefelder Frauenpreis wurde am 1.3.14 im Theater am Alten Markt in feierlichem Rahmen im Jahr des 800-jährigen Bielefelder Stadtjubiläums verliehen. Erste Preisträgerin ist Dr. Angelia Vogel, 1. Vorsitzende der AIDS-Hilfe Bielefeld (www.aidshilfe-bielefeld.de). Die Laudatio vor 300 Gästen hielt Bundestagspräsidentin a. D. Prof. Dr. Rita Süssmuth. Mehr zum 1. Frauenpreis s. aktuelle Ausgabe Nr. 77 März 2014 „Mitte“.

 

(Foto: Still Kanal 21 Bielefeld Interview 2012)

8. März

Internationaler Tag der Frau

 

Am 8. März wird weltweit der Internationale Tag der Frau gefeiert. Frauen kämpfen für ihre Rechte, gegen patriarchale Strukturen, gegen Gewalt, gegen Krieg, gegen Armut, gegen Kapitalismus, gegen Unsichtbarkeit, gegen Sexismus, Diskriminierung und Mehrfachdiskriminierung, für Selbstbestimmung, Würde und Freiheit … Frauen kämpfen diesen Kampf jeden Tag. Organisieren sich, vernetzen sich, fordern, verändern. Jeden Tag. Der 8. März macht dies seit über hundert Jahren weltweit sichtbar. Der Kampf ist nicht vorbei.

 

In Berlin findet am 8.3.14 eine große Kundgebung unter dem Titel Frauen*kampftag statt. In Bielefeld wird es ab 16.30 Uhr eine Demonstration (s. links) durch die Innenstadt und weitere Veranstaltungen geben. Alle Termine zum Internationalen Tag der Frau in und um Bielefeld s. aktuelle Ausgabe Nr. 77 März 2014 „Mitte“.

 

(Foto: TS)

30 Jahre FraZe

Die Geburtstagsparty

 

Am 22.3.14 fand im Bielefelder Frauenkulturzentrum die große Geburtstagsparty zum 30-jährigen Jubiläum statt. Ein voller Erfolg mit toller Stimmung. Der Eintritt war freiwillig als Spende zu entrichten, dem die Frauen gerne nachkamen. Eine Ausstellung und Dia-Show mit Fotos und Dokumenten aus den Anfangsjahren und den kompletten 30 Jahren begleiteten die Party. Dazu gab es ein großes kostenloses Buffet und einen dynamischen Musikmix von Freddy und Catrin.

 

Im Sommer 2014 wird die 30-Jahre-FraZe-Ausstellung mit einem zweiten Teil, der sich mit der Zeit in den Räumen Am Zwinger befasst, fortgeführt. (Foto: weird/TS, 22.3.14)

Aus dem Leben Christa Winsloes

Doris Hermanns in Bielefeld

 

Doris Hermanns las am 11.4.14 aus ihrem Buch „Meerkatzen, Meißel und das Mädchen Manuela. Die Schriftstellerin und Tierbildhauerin Christa Winsloe“ (Aviva Verlag, 2012). Anlass ihrer Lesung im Frauenkulturzentrum Bielefeld waren die Christa-Winsloe-Projekttage im Rahmen der ersten NRW-weiten Hirschfeldtage (mehr s. Ausgabe Nr. 78 April 2014 „Mitte“). Doris Hermanns las aus den Passagen über Winsloes Zeit und Beziehung zur renommierten US-Journalistin und frühen, scharfen Kritikerin des Nationalsozialismus Dorothy Thompson. Die Schriftstellerin Christa Winsloe wurde durch ihr Theaterstück, das 1931 u. a. von ihr als „Mädchen in Uniform“ verfilmt wurde und anschließend auch als Roman erschien, weltbekannt. Vor dieser Zeit arbeitete sie zudem als Bildhauerin und schuf lebensgroße Tierskulpturen. Sie wurde 1944 in Frankreich erschossen.

 

Doris Hermanns ist offen lesbisch, hat in Bielefeld studiert und war hier bis 1990 in verschiedenen Frauen-/Lesbenprojekten u. a. im Frauenbuchladen und dem Frauenkulturzentrum aktiv. Heute lebt und arbeitet sie als Antiquarin, Autorin und Journalistin in Utrecht, Niederlande. „Meerkatzen, Meißel und das Mädchen Manuela. Die Schriftstellerin und Tierbildhauerin Christa Winsloe“ ist ihr erstes Buch.

 

 

 

 

 

Hinweis: Die Meldung mit der Wiedereröffnung des „Underground“ vom 1.4.14 war ein Aprilscherz.

Videoprojekt von Carolin Emcke und Angelina Maccarone

Tolerant? Sind wir selber.

 

Die offen lesbische Journalistin und Autorin Carolin Emcke und die offen lesbische Regisseurin Angelina Maccarone haben im April ihr gemeinsames Videoprojekt „Tolerant? Sind wir selber“ vorgestellt. Am 24.4. und 29.4.14 gingen die ersten beiden Spots zum Thema Gleichstellung und Toleranz auf ihrem YouTube-Kanal online. Der dritte folgte am 2.5.14 u. a. mit Maren Kroymann, Dunja Hayali und anderen out Prominenten als Nebendarsteller_innen. Alle drei Spots gibt es auf Deutsch sowie auf Deutsch mit jeweils englischen, französischen, spanischen, türkischen oder russischen Untertiteln. Die beiden Macherinnen fragen mit ihren Spots: Wer toleriert hier wen? Wer sind „wir“ und wer „die anderen“? Wie privat darf, wie öffentlich muss Liebe sein?

 

 

 

Carolin Emcke veröffentlichte im März 2012 ihr Buch „Wie wir begehren“ und im Oktober 2013 „Weil es sagbar ist: Über Zeugenschaft und Gerechtigkeit“ (beide S. Fischer Verlag) (S. Archiv Ausgabe Nr. 64 Februar 2013 „Mosaik“)

 

Angelina Maccarone drehte u. a. die (lesbischen) Filme „Kommt Mausi raus?“, „Fremde Haut“, „Vivere“ und „Verfolgt“. (S. Archiv Ausgabe Nr. 2 Dezember 2007 „Mosaik“)

Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie

RainbowFlash Bielefeld 2014

 

Am 17.5.14 fand aus Anlass des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) der RainbowFlash Bielefeld 2014 statt. Um 17.05 Uhr ließen Menschen auf dem gut besuchten Alten Markt Luftballons mit Statements gegen Diskriminierung von LGBTIQ in den Himmel steigen. Die Luftballonaktion findet weltweit zur (etwa) gleichen Zeit statt. Mehr zum RainbowFlash und zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie s. auch Ausgabe Nr. 79 Mai 2014 „Mitte“ (Foto: weird/Christine Stonat)

 

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Lesben im Nationalsozialismus

Claudia Schoppmann in Bielefeld

 

Die Historikerin und Lesbenforscherin Dr. Claudia Schoppmann (Foto) war am 9.5.14 zu Gast in Bielefeld. Im Rahmen der Hirschfeld-Tage 2014 referierte sie im Frauenkulturzentrum zum Thema „Verfolgte Lesben im Nationalsozialismus“. „Zum Doppelleben gezwungen: Vermeidungs- und Überlebensstrategien von Lesben im ‚Dritten Reich‘“ so der Titel ihres Vortrages. Claudia Schoppmann las hierbei u. a. aus ihrem Buch „Zeit der Maskierung. Lebensgeschichten lesbischer Frauen im ‚Dritten Reich‘“ (Fischer 1998).

 

Am 16.5.14 gab es eine weitere Veranstaltung im Frauenkulturzentrum, die Lesben im Nationalsozialismus in Bielefeld in den Fokus stellte. Nachforschungen haben hier keine Informationen ergeben. Bekannt, aber nicht wissenschaftlich belegt, sind jedoch u. a. die lesbischen Beziehungen der Bielefelderinnen Frauenrechtlerin, Politikerin und Schriftstellerin Gertrud Bäumer (1873-1954), Gestalterin und Professorin Gertrud Kleinhempel (1875-1948), Schulleiterin und Jugendpflegerin Emmy Mertgen (1880-1959), Glaskünstlerin und Pädagogin Hilde Ferber (1901-1967) und Bauhaus-Textil-Künstlerin Benita Koch-Otte (1892-1976). Bis auf Benita Koch-Otte werden alle Frauen und Verweise auf ihre Beziehungen zu Frauen in dem Bielefelder Buch „Frauen in der Bielefelder Geschichte“ (Hg. Bärbel Sunderbrink, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2010) erwähnt. (Text + Foto: weird/Christine Stonat 9.5.14)

 

Ausführlicher Artikel von Christine Stonat zum Vortrag von Claudia Schoppmann im lesbischen Online-Magazin phenomenelle.de

 

Ausführlicher Artikel von Christine Stonat zu Lesben im Nationalsozialismus in Bielefeld im lesbischen Online Magazin phenomenelle.de

Artists Unlimited Party

Mary Ocher in Bielefeld

 

weird Folk Anarchie: Gestern, 20.6.14, war die Musikerin, Künstlerin, Poetin und DJ Mary Ocher solo mit Gitarre und Synthie in Bielefeld. Sie war einer von zwei queeren Liveacts bei der Artists-Unlimited-Innenhof-Benefizparty. In Moskau geboren, wuchs Mary Ocher in Tel Aviv auf und lebt heute in Berlin, wo sie als Undergroundmusikerin gefeiert wird. Mit ihrem Bandprojekt Mary Ocher & Your Government arbeitet die Musikerin derzeit an ihrem Debutalbum, das sie über Crowdfunding finanzieren will. www.maryocher.com

 

Zweiter Act des Abends war die ebenfalls queere australische Elektrokünstlerin Susanna Patten aka Rodeo aus Berlin. (Foto: weird/Christine Stonat)

 

Mehr zu Mary Ocher s. Archiv Ausgabe Nr. 69 Juli 2013 „Mosaik“

Wir können auch anders

1200 Teilnehmer_innen beim CSD Bielefeld 2014

 

„Wir können auch anders. 800 Jahre lesbisch, schwul, bi, trans*, inter*, poly <3 und asexuell in Bielefeld“. Unter diesem Motto stand der Bielefelder CSD 2014. Ca. 1200 Menschen unterschiedlichster sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identitäten waren gekommen, um an dem Demonstrationszug 2014 durch Bielefelds Innenstadt teilzunehmen und um gegen Diskriminierung und für Vielfalt und Gleichstellung zu demonstrieren, sich zu zeigen, zu zeigen, dass es auch anders geht als der heterosexuellen Norm zu entsprechen. Die Parade führte durch die Fußgängerzone in der Innenstadt zum Siegfriedplatz, wo um 15 Uhr das Straßenfest begann. (Foto: weird/Christine Stonat, 19.7.14)

 

 

weirds CSD-Fotos 2014 KLICK HIER

weird-Video 2014 KLICK HIER

Drehstart des ersten lesbischen Spielfilms in Bielefeld

Zwischen Sommer und Herbst

 

Am 11. August 2014 begannen in Bielefeld die Dreharbeiten zum Spielfilm „Zwischen Sommer und Herbst“. Ein besonderer Film, denn nicht nur, dass es eine Bielefelder Spielfilmproduktion ist, der Film erzählt dazu eine lesbische Liebesgeschichte. Der Bielefelder Regisseur Daniel Manns schrieb das Drehbuch vor einigen Jahren gemeinsam mit einer lesbischen Bielefelder Freundin, die heute in Berlin lebt. Die Idee eine Liebesgeschichte zweier junger Frauen zu erzählen, beruht auf der Tatsache, dass viele seiner Freundinnen lesbisch sind. Cast wie Crew des Films sind alle heterosexuell. Vom Drehbuch bis zum Drehstart sind einige Jahre vergangen. Jetzt geht es für das Team endlich los. „Wir haben den Sprung gewagt“, so Daniel Manns.

 

Die Hauptrolle der 23-jährigen Eva wird Schauspielerin Isabell Thierauch (Foto, rechts) übernehmen. Die Rolle der 17-jährigen Lena spielt Linn Reusse (Foto, links). Die Geschichte: Eva ist mit Lenas Bruder (Hannes Sell, „Alles was zählt“) zusammen. Doch dann kommen sich Lena und Eva näher und verlieben sich. Und wo in anderen Filmen beim Happy End auch der Film zu Ende ist, beginnt dieser Film, der im Verlauf einen Zeitsprung von 27 Monaten macht. Gedreht wird bis Mitte September 2014 u. a. in Bielefeld, Borgholzhausen und in Bielefelds französischer Partnerstadt Concarneau. (Für den 15.8.14 werden für einen Drehtag hier vor Ort noch Kompars_innen gesucht. Bewerbung an: casting @bearfiction.de)

 

Und auch, wenn inzwischen „halb Bielefeld“ irgendwie in dem Film „stecke“ und einzelne Unternehmen, Lokalitäten etc. Drehorte, Fuhrpark u. Ä. zur Verfügung stellten und das Team sehr freundlich und hilfsbereit unterstützten, bleibe der Film eine No-Budget-Produktion, so Pressesprecherin Laura Sulzbacher und Produzentin Tanja Ackemann. Alle Beteiligten arbeiten ohne Bezahlung und werden erst nach der Uraufführung (geplant 2015) - so denn Geld eingespielt wird und nach Deckung der Produktionskosten - ausbezahlt werden. Ein, zwei Filmverleihe, darunter auch einer mit lesbischen Filmen, haben bereits Interesse an dem Bielefelder Independent-Film bekundet. Erstes Ziel sind Filmfestivals, u. a. auch Berlinale und Cannes, und dann deutschlandweite Programmkinos. Ob der fertige Film dann ggf. einen anderen Titel tragen wird, ist noch offen. Am 12.8.14 hatte das für den Film gegründete Bielefelder Produktionsunternehmen crosseyed bear fiction die Bielefelder Presse zum Drehbesuch eingeladen. (Foto: Christine Stonat 12.8.14)

 

Online: https://de-de.facebook.com/zwischensommerundherbst

Tour zu den Bielefelder Frauen- und Mädchenprojekten

Einblicke und Innenansichten

 

Am 30.8.14 fand in Bielefeld die Veranstaltung „Einblicke“ statt. Acht vernetzte Bielefelder Frauen- und Mädchenprojekte, die alle schon je rund 20-30 Jahre in Bielefeld Arbeit von und für Frauen und Mädchen leisten, stellten der Öffentlichkeit ihre Räume und Arbeit vor. Die Projekte sind BellZett, Mädchenhaus, Mädchentreff, Wildwasser, Frauennotruf, Psychologische Frauenberatung, Frauenkulturzentrum und Frauenhaus. Die einzelnen Frauenvereine, in denen zum Teil seit ihrer Gründung auch lesbische Frauen arbeiten, boten neben Einblicken in ihre Arbeit verschiedene Aktionen wie Lesungen, Musik oder Kaffee und Kuchen. Im BellZett zeigte die Fotografin Ulrike Erdmann-Schwarz (Foto links) gemeinsam mit dem Frauenhaus Bielefeld die Fotoausstellung „Innenansichten eines Frauenhauses“. Darin portraitiert sie den Alltag im Bielefelder Frauenhaus, das sich an diesem Tag nicht selbst direkt als Raum öffnen konnte. Auch bei den entstandenen Fotos zur Ausstellung war es wichtig, Anonymität sowohl des Ortes als auch der Frauen und Kinder sicherzustellen. „Es geht uns bei dieser Ausstellung um eine Auseinandersetzung mit dem Ort und darüber hinaus mit dem Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder“, so Ulrike Erdmann-Schwarz, Gründerin des Foto-Treff Bielefeld und Initiatorin der Ausstellung (800) „Stadtgesichter“ (mehr s. Archiv Ausgabe Nr. 79 Mai 2014), zu ihrer ersten Soloausstellung. Die Ausstellung zeigt 12 Bilder mit jeweils einem erklärenden Satz, der verdeutlichen soll, wie wichtig Schutzräume für Frauen (und Kinder) nach Gewalterfahrung sind. „Innenansichten eines Frauenhauses“ ist bis zum 29.11.14 im BellZett (Sudbrackstr. 36a, Mo-Mi 9-12 Uhr, Di+Do 15-18 Uhr, nur für Frauen) zu sehen. Die Ausstellung wurde am 30.8.14 um 16 Uhr im Rahmen von „Einblicke“ von Jutta Schade vom BellZett (2. v. re.) und Beatrice Tappmeier vom Frauenhaus (rechts) eröffnet (Foto 2. v. links Sonja Jung, Wildwasser Bielefeld).

 

Rund 30 Frauen nahmen an der Veranstaltung „Einblicke“ am 30.8.14 teil und fuhren mit dem Rad von Frauen/Mädchenprojekt zu Frauen/Mädchenprojekt. „Einblicke“ war offizielle Veranstaltung im Rahmen von „800 Jahre Bielefeld“. (Foto: Christine Stonat, 30.8.14)

Identität und Freund_innenschaft

Tania Witte in Bielefeld

 

Am 17.11.14 war die queere Autorin, Spoken-Word-Performerin und Journalistin Tania Witte (Foto) aus Berlin im Queer‘s in Bielefeld. Sie las auf Einladung von weird aus ihrem neuen, dritten Roman „bestenfalls alles“ (Querverlag, September 2014). Tania Witte stellte dabei u. a. die Frage nach Identität und in wieweit wir das sind, wie wir uns selbst sehen oder das, wie andere uns sehen. Als Beispiel führt sie dabei ihren Romanhund Rutherford an, dem sie ganz bewusst und ohne, dass es irgendjemand - nicht einmal ihre Lektorin - bemerkt hätte, in all ihren drei Büchern ihrer queeren Romantrilogie eine andere Identität gab. Mal ist er Hütehund-, mal Beagle-, mal Huskymischling. In ihrem Roman „bestenfalls alles“ ist es aber vor allem Protagonistin Tekgül, deren Identität im Fokus steht. Von ihren türkisch-irischen Eltern erfährt sie, dass ihre biologischen Eltern weiße Deutsche sind und sie adoptiert wurde. Ihre beste Freundin Nicoletta steht ihr zur Seite. Oder Tekgül ihr. Denn Nicoletta holt gerade ihre gewaltvolle Vergangenheit ein. Beide begeben sich auf eine Reise und suchen diesmal außerhalb von Berlin nach Antworten. (Foto: weird/Christine Stonat)

 

Aktuelles weird-Interview mit Tania Witte in der Jubiläumsausgabe Nr. 85 Ausgabe November 2014

The Cost Of Living

Marla Glen in Bielefeld

 

Ihr Augen seien schlecht, trotz Brille, sagt sie. Am 27.11.14 war die offen lesbische US-Musikerin Marla Glen (54) zu einem Clubkonzert zu Gast in Bielefeld. Gemeinsam mit ihrer 5-köpfigen Band begeisterte sie das Publikum im Studio des Fernsehsenders Kanal 21 mit Songs ihres neuen Albums „Tricks & Tracks“, Coverversionen und ihren alten Klassikern wie „The Cost Of Living“ oder „Believer“. In Chicago geboren lebt Marla Glen seit vielen Jahren in Deutschland. Harte Zeiten liegen hinter hier und ihr kommerzieller Erfolg mag verblasst sein - Marla Glen aber ist und bleibt ein internationaler Star, eine große Sängerin und Musikerin. Etwas Großes passierte an diesem Abend auf der kleinen Bielefelder Bühne. Und wir waren dabei. (Foto: weird/Christine Stonat 27.11.14)

Best of lesbisch

Kordula Völker im Fraze

 

„Kordula Völker hat uns einen schönen Ausklang unseres Jubiläumsjahres (30 Jahre FraZe) beschert“, so heißt es auf der Website des Frauenkulturzentrums Bielefeld. Am 19.12.14 war die lesbische Liedermacherin und Kabarettistin in der Meller Str. 2 zu Gast und spielte alte und neue Lieder aus ihrem Programm „Best of lesbisch“. Die 56-Jährige hatte 2014 offiziell ihren Rücktritt von der Bühne bekannt gegeben und kehrte nun vor begeisterten Bielefelder Frauen zurück (weird-Interview mit Kordula Völker s. Archiv-Ausgabe Nr. 86 Dezember 2014). Die Veranstaltung mit Kordula Völker war Höhepunkt und zugleich Schlusspunkt des 30. Jubiläumsjahres des Bielefelder Frauenkulturzentrums. Bei der anschließenden „30 Jahre Fraze“-Abschlussparty wurde Kordula Völker auch das ein oder andere Mal auf der Tanzfläche gesehen. Nach diesem Abend verabschiedete sich das Fraze nach einem ereignisreichen Jahr bis zum 10.1.15 in die Winterpause. (Foto: Friederike Vogt, 19.12.14)

20. Juni

CSD Bielefeld 2015

 

Wir sind der Zucker im Pudding. So lautet das Motto des Bielefelder CSD 2015. Dieser findet am 20.6.15 statt. Die Parade startet diesmal erst um 15 Uhr vom Rathaus. Das Straßenfest auf dem Siegfriedplatz beginnt dementsprechend um 16.30 Uhr. Das nächste Vorbereitungstreffen, offen für alle, die den CSD Bielefeld 2015 mit gestalten wollen, ist am 9.3.15 um 20 Uhr in der AIDS-Hilfe Bielefeld. www.csd-bielefeld.de (Foto: weird/Christine Stonat 2014)

Queer in OWL

CSD Bielefeld 2015

 

Am 20. Juni feierte Bielefeld seinen CSD 2015. Motto in diesem Jahr: Wir sind der Zucker im Pudding - Queer in OWL. (Foto: TS, 20.6.2015)

 

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Plakartive 2015

Ich bin ich

 

Bis zum 10.9.15 ist die Alternative Bielefelder Open Air Ausstellung „Plakartive 2015“ in der Mindener Str. unterhalb des OWL-Damms zu sehen mit Kunstmotiven von gut drei Dutzend Künstler_innen. U. a. mit dem queeren Projekt von Svenja Hemke „Ich bin nicht Mann. Ich bin nicht Frau. Ich bin ich!“. Svenja Hemke machte ihren Master an der FH Bielefeld im Fachbereich Fotografie und Medien. Sie ist freiberuflich als Art & Crossmedia Designerin tätig und lebt an der holländischen Grenze in Emlichheim. www.plakartive.de, www.svenjahemke.de (Foto: weird/TS, Plakatmotiv by Svenja Hemke)

Love

Steffi List live im Frauenkulturzentrum

 

Die lesbische Musikerin Steffi List aus Schweinfurt trat am 12.9.15 einmal mehr im Frauenkulturzentrum Bielefeld auf. Hier ist Steffi List übrigens seit einigen Jahren Ehrenmitfrau. Neben Songs wie „Ich will raus“ und „Doppelter Boden“ von ihrem gleichnamigen aktuellen Album von 2014 und beliebten älteren Songs wie „Inside Out“ spielte sie in ihrem gut einstündigen Soloprogramm natürlich auch Coversongs anderer lesbischer Musikerinnen wie „Like The Way I Do“ (Melissa Etheridge) und „What‘s up“ (4 None Blondes). Bei ihrem Auftritt verriet sie u. a. auch, dass sie aktuell an einem neuen Album arbeite. Für das erste Video „Love“ sucht sie Frauen, die mit Zeigefingern und Daumen ein Herz formen und sich so fotografieren oder „Love“ sagend in einer nur sekundenlangen Videosequenz filmen. Einen Aufruf dazu soll es bald auf ihrer Facebook-Seite geben.

 

Am Samstag, 26.9.15 ist Steffi List als Begleitung zwei ihrer Bandkollegen der integrativen Band Mosaik bei der RTL-Show „Das Supertalent“ zu sehen.

 

weird-Interview mit Steffi List Ausgabe s. Ausgabe Nr. 95 September 2015 (Foto: Christine Stonat, 12.9.15)

Bühne, Bildschirm, Bielefeld

Ehren-weirda Ninia LaGrande

 

Ninia LaGrande war zusammen mit sechs Slammern und einer Slammerin am 27.10.15 live in Bielefeld beim „Poetry All Stars Slam 16 - OWLs großer Show des Poetry Slams“ im vollbesetzten Cinemaxx. Gewonnen hat sie den Slam diesmal leider nicht. Aber bestimmt ganz sicher sehr viele Herzen und neue Fans … Poetry Slammerin, Autorin und TV-Moderatorin Ninia LaGrande ist Ehren-weirda vom weird Magazin. Ninia LaGrande engagiert sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, ist Feministin und Unterstützerin von LGBTI-Rechten. Sie lebt mit Mann in Hannover. Im August 2014 erschien ihr erstes Buch „… und ganz, ganz viel Doofe!“ (Blaulicht Verlag) mit ziemlich komischen Geschichten und Beobachtungen aus ihrem Leben. Ninia LaGrande ist kleinwüchsig. Derzeit ist sie in einem neuen Werbespot der Aktion Mensch zu sehen. Am 21.11.15 läuft die zweite Staffel ihrer ersten eigenen TV-Show „Ninias Fashion Mag“ (Start der 1. Staffel war Ende Mai 2015), die immer samstagmorgens gegen 9 Uhr auf RTL zu sehen ist. Ninia stellt in ihrer kurzweiligen ersten eigenen TV-Show alternative Modemacher_innen, Blogger_innen und Fashionistas vor und zeigt einen etwas anderen Blick hinter die Kulissen der Modewelt. (Foto: weird/TS)

November 2007 - November 2015

8 Jahre weird-bielefeld.de

 

Im November 2015 wird das Online-Magazin „weird“, das ihr gerade lest - vielen Dank dafür -, 8 Jahre alt. weird ist und war heute wie damals das erste und einzige lesbische Stadtmagazin in Bielefeld und eines der wenigen journalistischen Lesbenmagazine Deutschlands, das zudem jeden Monat mit einer neuen Ausgabe erscheint. Lesbische Popkulturberichterstattung und Popkultur: weird versteht sich als Alternative zu Bielefelds und der restlichen männerdominierten Medienwelt. 2007 entstand das Online-Stadtmagazin, um Frauen, insbesondere lesbische sowie bisexuelle, trans*, inter* und queere sichtbar zu machen und ihre Arbeit, ihre Kunst, ihre Kultur und ihr Leben zu portraitieren. weird, sprich [wıəd], ist Englisch und heißt so viel wie schräg, sonderbar, seltsam, verrückt oder queer. 2007 erschien die allererste Ausgabe Nr. 1 November 2007 auf www.weird-bielefeld.de. Alle bis heute 97 Ausgaben sind im weird-Archiv-Bereich zu finden und nachzulesen. In der aktuellen Jubiläumsausgabe Nr. 97 November 2015 findet ihr u. a. ein Interview mit der lesbischen Musikikone Jan Allain, die am 14.11.15 im Frauenkulturzentrum Bielefeld auftreten wird. (Video: Steffi List singt „Happy Birthday, weird“)

Willkommen in Bielefeld

Stephanie Mayfield

 

Aus Mainz zog die in der lesbischen Community seit vielen Jahren aktive Feministin Stephanie Mayfield vor wenigen Wochen nach Bielefeld. Hier will sie ihre Selbständigkeit im Computerbereich fortsetzen und ist vorab erst mal dabei die lesbischen Kulturangebote Bielefelds zu erkunden. Mehr zu Stephanie Mayfield s. Archiv Ausgabe Nr. 30 April 2010 „Lesbisch sein in ...“ (Foto: TS/weird, 14.11.15)

1. Dezember

Welt-AIDS-Tag

 

Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag. Die AIDS-Hilfe Bielefeld macht auch in diesem Jahr aus diesem Anlass wieder von 12 bis 18 Uhr einen Infostand mit Spendentombola in der Bielefelder Innenstadt. Um 19 Uhr gibt es in der Süsterkirche zudem einen Gottesdienst, der unter dem Motto „Brücken bauen“ von der AIDS-Hilfe Bielefeld, der ev.-reform. Gemeinde Bielefeld, HuK (Homosexuelle und Kirche), der Infektionsambulanz Klinik Mara und dem Welthaus Bielefeld / Zimbabwe-Netzwerk veranstaltet wird.

 

Ca. 80000 Menschen lebten 2014 in Deutschland mit HIV und AIDS, 82 % waren Männer, 64,5 % davon schwul, und 18 % Frauen. Rund 3200 Neuinfektionen und 3700 Erstdiagnosen gab es 2014. 480 Menschen starben an den Folgen von AIDS. In Bielefeld wurden 2014 12 Neudiagnosen gemeldet, im restlichen OWL 32. HIV und AIDS ist immer noch ein Tabuthema in der Gesellschaft. Betroffene werden diskriminiert und ausgegrenzt und leben selten offen. International hatte sich vor wenigen Tagen Hollywood-Schauspieler Charly Sheen öffentlich als HIV-positiv geoutet.

 

Der Welt-AIDS-Tag ist Gedenktag an die weltweiten Opfer, ein Tag zur Bekundung von Solidarität von und für Betroffene_n und Aufklärungstag zugleich. Studien zufolge sei die Gefahr sich mit HIV anzustecken vor allem bei jungen Leuten durch neue schwule, queere, aber auch heterosexuelle Online-Datingplattformen in den letzten Jahren gestiegen. Aufklärungsarbeit bedeutet aufklären über Ansteckungswege, Verhütungs- und Behandlungsmöglichkeiten. So schützen vor allem Kondome vor sexueller Übertragung, aber auch neue wirksame HIV-Medikamente schützen bei HIV-Positivität vor der Ansteckung anderer. Mit dem bislang noch umstrittenen Medikament Truvada, dessen Zulassung in Deutschland gefordert wird, soll bald auch eine HIV-Prophylaxe möglich sein. „Erfolgreiche Prävention muss die Vielfalt aller Lebensformen und sexueller Kontakte im Auge haben“, so der Axel Blumenthal, Sprecher des deutschen Lesben- und Schwulenverbandes LSVD anlässlich des Welt-AIDS-Tages 2015. „Es gilt, offen über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Sexualpraktiken und die damit verbundenen Risiken und Risikominderungsstrategien zu sprechen.“

Ein bisschen was Neues

weird 2016

 

Liebe Leser_innen und Supporter_innen. Willkommen auf www.weird-bielefeld.de. Zum Jahresbeginn 2016 und mit der Ausgabe Nr. 99 Januar 2016 präsentiert sich weird mit einer neuen Startseite, nämlich dieser. Hier gibt es ab sofort den bereits bekannten weird today Newsflash und die tagesaktuellen Veranstaltungstermine. Von der Startseite geht‘s weiter zum weird Magazin. Die Magazinüberblickseite gibt es in Deutsch und Englisch mit kurzen Infos über weird und einen Hinweis auf die aktuelle Ausgabe. Von der Magazinseite gelangt man direkt zur neuesten monatlichen weird-Ausgabe und zum weird-Archiv mit allen früheren Ausgaben sowie zu allen früheren weird today Fotos und News. Wir freuen uns auf ein neues neuntes Jahr 2016 mit euch. (weird / Januar 2016)

 

Doch, alle Männer!

Frau Jahnke lud ein

 

Am Sonntag, 21.2.16 hatte Frau Jahnke in die Bielefelder Oetkerhalle eingeladen. Und alle waren gekommen. Auch viele Männer, wie Gastgeberin Gerburg Jahnke (Foto) zu Beginn der ausverkauften Kabarett-Mixed-Show „Frau Jahnke hat eingeladen“ feststellte. Ein erfolgreiches Kabarett-Format, das aus WDR und ARD seit vielen Jahren als „Ladies Night“ bekannt ist. Gerburg Jahnke war zuletzt vor mehr als zehn Jahren mit Stephanie Überall auf Abschiedstour als Erfolgsduo Missfits in Bielefeld.

 

Gerburg Jahnkes roter Faden des Abends war Sexismus. „Doch, alle Männer sind Sexisten“, stellte sie gleich im ersten Teil der Show fest, um am Ende der Vorstellung mit einem „Sexistengedicht“ die vorher beispielhaft genannten sexistischen Ausfälle von Handwerksbetrieben wieder aufzugreifen und umzukehren. Begleitet wurde sie auf ihrer „Frau Jahnke hat eingeladen“-Livetour 2016 in Bielefeld von Lisa Feller, Daphne de Luxe, Dagmar Schönleber und Katie Freudenschuss. Lisa Feller stieg als erste Gästin dynamisch ein und erzählte wie aus einem Guss aus ihrem Leben als Mutter von zwei Jungen. Die charmante Daphne de Luxe bekam als Einzige des Abends neben Applaus auch Fußgetrampel, u. a. für den Song „Sex Bomb“, den sie mit griechischen Klängen unterlegt und vollem Einsatz ihres reizenden großen, dicken Körpers, den sie in einem wunderbaren Kleid mit großem Dekolleté präsentierte, neu interpretierte. „Hätte ich das gewusst, hätte ich einen Rollkragenpullover angezogen“, begann Daphne de Luxe ihr Kurzprogramm mit Blick auf das Publikum seitlich auf den Rängen hoch über der Bühne. Dagmar Schönleber, die in Köln lebt, aber gebürtig aus dem ostwestfälisch-lippischen Blomberg-Kleinenmarpe kommt und 2003 den Bielefelder Kabarettpreis im Zweischlingen gewann, animierte das Publikum vor der Pause u. a. mit ihrem auf der Gitarre begleiteten Song „Reisende Rentner“ noch einmal zum Mitmachen. Hey, ho, let‘s go!

 

Und so begann auch der zweite Teil des Abends vergnüglich. Gerburg Jahnke, Daphne de Luxe und Lisa Feller und abschließend dann Katie Freudenschuss, auf die zwei Stunden lang der Konzertflügel auf der Bühne gewartet hatte. Nachdem sich Katie wieder und wieder die Frage gestellt hatte, warum sie noch nicht mit einem Welthit berühmt sei, zeigte sie schließlich, warum das mehr als ungerecht ist. Aus zugerufenen Bielefelder Sehenswürdigkeiten und Highlights wie Siggi, Olderdissen, Sparrenburg, Vanillepudding, Niederdornberg-Deppendorf etc. improvisierte sie auf die ebenfalls vom Publikum ausgewählten Melodien der Songs „Let It Be“, „Bochum“ und „Atemlos“ ein 1-A-Bielefeld-Lied mit bejubelten Textzeilen wie „Oh Bielefeld, es kommt aus dir, Vanillepudding, der wackelt hier“ oder „Ich lauf hier lang, mir ist schon kalt, ich bin am Teutoburger Wald.“ Der Abend endete mit stehenden Ovationen als sich alle fünf Kabarettistinnen noch einmal zusammen auf der Bühne verbeugten. Und weil‘s so schön war, gibt es schon einen Termin fürs nächste Jahr: 8.2.17 in der Stadthalle Bielefeld. Entweder mit anderen Gästinnen oder denselben, auf jeden Fall aber mit Frau Jahnke. Der Vorverkauf läuft. (Foto + Text: weird/Christine Stonat, 21.2.16)

 

Night Is For The Hunters

Anne Clark im Forum Bielefeld

 

Am Freitag, 18.3.16, war die britische Musikerin und Poetin Anne Clark (55) im Forum. Im Rahmen ihrer „Wasted Wonderland Tour 2016“ wurde sie musikalisch begleitet von herrB am Synthie, Computer und der Gitarre. Anne Clark präsentierte ihre größten Hits und weitere ausgesuchte Songs aus ihrer knapp 35-jährigen Karriere. Das begeisterte Publikum im sehr gut besuchten Forum, darunter auch viele lesbische Fans, feierte seine Musikikone für Songs wie „Hope Road“, „Wallies“ oder „Full Moon“ von ihrem letzten offiziellen Solostudioalbum „The Smallest Acts Of Kindness“ (2008). Dabei sind ihre sozialkritischen Texte wie die in „Wallies“ beispielsweise bis heute aktuell: „Brilcremed, acrylic, mindless boys / Punching, kicking, making noise / From the cradle to the city streets / They spill out their aggression / By punching what they don't understand / And stopping all forms of expression // Night is for the hunters / And the hunted are you and me / Hunted for just having / Some form of indentity“.

 

Zuletzt veröffentlichte Anne Clark gemeinsam mit herrB 2013 und 2014 die beiden EPs „Fairytales From The Underground“ und „Life Wires“. Und so wie diese war auch das gesamte Live-Set des Konzertabends von treibenden Electrosounds geprägt. Nach über 1,5 Stunden gab es als Zugaben schließlich auch noch ihre in Deutschland bekanntesten Songs „Sleeper In Metropolis“ und „Our Darkness“. Im Anschluss an das Konzert schrieb Anne Clark Autogramme und ließ Selfies mit Fans von sich machen. (Foto + Text: weird/Christine Stonat, 18.3.16)

 

Sookee in Bielefeld

Vorverkauf fürs 2. Campus Festíval

 

Seit dem 18.4.16 läuft der Vorverkauf für Studierendentickets für das 2. Campus Festival auf dem Campus der Universität und Fachhochschule Bielefeld. Das große Open Air Festival findet am 23.6.16 ab 16 Uhr statt, ein spielfreier Tag während der Fußballeuropameisterschaft der Herren. Early Bird Tickets für Studierende der Uni und FH Bielefeld kosten 16 Euro (max. 5 Karten und nur für andere Studierende), für Studierende und Schüler_innen anderer Städte sowie Beschäftigte der Bielefelder Hochschulen 19 Euro (max. 2 Karten). Die Karten gibt es seit dem 18.4.16 in der Uni (Unihalle) und FH Bielefeld (Hauptgebäude Interaktion 1) sowie der Tourist Information der Stadt. Verkauf nur gegen Vorlage entsprechender Ausweise. Tickets für alle anderen gibt es bereits in der Tourist Information, sie kosten 25 Euro.

 

Nachdem im letzten Jahr beim ausverkauften Festival nicht eine einzige Musikerin auf der Hauptbühne stand, haben die Veranstalter_innen in diesem Jahr die queere Rapperin Sookee aus Berlin eingeladen (weird-Interview s. Archiv-Ausgabe Nr. 50 Dezember 2011). Neben weiterer Musik auf vier Open Air-Bühnen, gibt es außerdem den Hörsaal Poetry Slam Open Air. Das Festival endet mit einer großen After-Show-Party in der Uni (Gebäude X). (Foto: weird/Christine Stonat)

CSD Bielefeld 2016

Angekommen?!

 

Der Sommer beginnt. Es ist die Zeit der CSDs und Pridewochen. Bielefeld feierte seinen CSD am 11.6.16. Motto: „Angekommen?! Für das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung“. weird war dabei.

 

Hier geht‘s zu den weird-Fotos #CSDBielefeld2016

 

Los ging der CSD Bielefeld 2016 um 15 Uhr mit dem Hissen der Regenbogenflagge vorm Alten Rathaus und anschließendem Demonstrationszug vom Rathaus zum Siegfriedplatz. Die Demonstration verzeichnete 2016 mit rund 2000 Teilnehmer_innen einen Besucher_innenrekord.

 

Mit etwas Verspätung traf der Zug gegen 17 Uhr auf dem Siegfriedplatz ein, wo die lesbische Trommelgruppe LesBenitas das Straßenfest eröffnete. Livebands waren in diesem Jahr die Band Ohrenpost (Interview in der neuen Ausgabe) aus Münster und Two Hearts In Ten Bands aus Osnabrück. (Foto: weird/Christine Stonat)